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In der  Sache Wünschelrute, ARTE 2005

Prof. Hans-Dieter Betz, München
Bernd Textor, Brunnenbauer, Brunnenbohrung mit Wassermengengarantie,  5909 Burbach





Redakteur:
Der Professor Hans-Dieter Betz, der in München Atomphysik lehrt. Er hat zehn Jahre lang im Auftrag der Bundesregierung zum Thema Rutengänger geforscht und experimentiert.

Prof. H. D. Betz:
Einen Rutenausschlag zu produzieren ist sehr einfach. Da gibt es auch fehlerhafte Ursachen oder sagen wir mal Gründe, die nichts mit dem eigentlichen Rutengängereffekt zu tun haben., die rein idiomotorisch bedingt sind, durch Einbildung usw., d.h. wenn man die Relevanz eines Rutenausschlages testen möchte, muß man schon einige klevere Experimente machen.

Prof. H. D. Betz:
Es ist leider eine Tatsache, und das wußten wir ja auch von Anfang an, daß sehr sehr viele Menschen, die meisten derjenigen , die sich als Rutengänger bezeichnen, nicht wirklich über besondere Fähigkeiten verfügen. Man kann sich ja jederzeit Rutengänger nennen. Das ist kein geschützter Begriff. Man muß keine Prüfung machen und das Ergebnis ist eben, zumal es auch von der Wissenschaft ignoriert wird, daß sich hier Laien tummeln und meistens einen ungeheuren Unsinn produzieren, ja zum Teil auch schädliche Dinge betreiben, wie der Handel mit Entstörgeräten, die sehr sehr problematisch sind. All dieser Unfug ist uns natürlich bekannt, aber wenn man nun daraus schließen würde, an dem ganzen Phänomen ist nichts dran, was leider sehr viele tun, dann irrt man eben.

Prof. H. D. Betz:
Es scheint wohl so zu sein, daß dieses Phänomen in allen Kulturkreisen zu allen Zeiten in der einen oder anderen Form vorhanden war, sei es zur Suche eines Bauplatzes, einer Wohnstätte, vor allem aber eben zur Wassersuche. Die antiken Brunnen sind oft- nach unseren heutigen Recherchen- von Rutengängern gefunden worden. Es gibt auch heute noch einfachere Kulturen in der Welt, wo solche Medizinmänner die Brunnen bestimmen. Das ist sehr sehr weit verbreitet. Und auch heute gibt es in allen Ländern der Erde Menschen, die diese Fähigkeit haben.

Bernd Textor:
Ich habe europaweit gearbeitet, kann sein, daß ich so ca. 250 Rutengänger kenne, und daß man ungefähr sagen kann, daß nicht einmal 10% also ich würde sagen so ungefähr 10 bis 15% von den Rutengängern, die ich kenne, die wirklich gut sind, die also eine vernünftige Leistung bringen.

Redakteur:
Wie kann man sich das als Normalsterblicher vorstellen?

Prof. H. D. Betz:
Das kann man sich nicht vorstellen, auch ich nicht, aber es ist offensichtlich ein experimenteller Befund, daß es Menschen gibt, die so sensibel sind, daß sie diese Fähigkeit haben, an bestimmten Stellen Wasservorkommen zu erspüren, vorherzusagen und auch von der Qualität und Menge her zu beurteilen. Das ist einfach ein Befund, den wir zugegebenermaßen nicht verstehen, aber den wir objektiv feststellen können.

Redakteur:
Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Geologe Schröter, Trefferquote von 95%

Prof. H. D. Betz:
Was die Rutengänger hier leisten, steht in keinem Widerspruch zu etablierten Naturgesetzen. Wir haben noch ein Defizit, im Hinblick auf nichtlokale Phänomene. Nichtlokal heißt, die Wasserquelle an der einen Stelle, der Rutengänger am anderen Ort, haben irgendwie eine Verbindung, die mit dem Raum nicht so sehr zu tun hat. Diese nichtlokalen Phänomene werden derzeit in der Quantenphysik bei kleinen Systemen sehr erfolgreich untersucht, sind überhaupt nicht mit dem gesunden Menschenverstand zu verstehen, trotzdem in der Wissenschaft total nachvollziehbar, berechenbar, experimentierbar. Die moderne Quantenkryptographie mit den verschlüsselten Botschaften mit gekoppelten Photonen ist ja ein Beispiel, wie man solche, an sich völlig unverständlichen Dinge in der Quantenphysik auch nutzbar machen kann. Das geht im Moment nur bei Mikrosystemen, bei sehr kleinen Systemen. Wir haben hier beim Rutengänger offensichtlich ein makroskopisches System, wo auch eine noch unerklärte Informationskopplung, Informationskorrelation vorliegt. Ein Theoretiker hätte hier sicher sehr viele Ideen. Ich als Experimentalphysiker möchte mich hier nicht zu weit äußern, aber Chancen sehe ich hier durchaus.  

Redakteur:
Auf der Autobahn. Ein Bohrzug des Brunnenbauers Bernd Textor auf dem Weg in das Bergische Land. Der Unternehmer arbeitet mit einer ungewöhnlichen Geschäftsidee. Er garantiert seinen Kunden nicht nur Wassser zu finden, sondern haftet noch dazu für die zu erwartende Wassermenge der Quelle. Seit 24 Jahren arbeitet er so . .

Bernd Textor:
Es ist eine Begabung von Geburt an, und daß eben nur durch Training und Erfahrung, die Sache ausgefeilt werden kann. Die Voraussetzung muß vom Körper her gegeben sein.
Die Erfolgsquote ist zwischen 90 und 95%. also von hundert Bohrungen stimmen 90 bis 95, wobei die 5 bis 10 %, die nicht stimmen, da stimmen die Tiefen und die Mengen nicht genau, aber Wasser kommt schon. Also meistens ist die Fehlerquote aber bei der Tiefe. Eine echte Trockenbohrung da liegt die Quote bei 1 Promille.

Redakteur:
7 Bohrfahrzeuge und 15 Mitarbeiter beschäftigt Bernd Textor europaweit. Ein Geschäft, welches sicherlich schon lange pleite wäre, wenn es sich auf Esotherik und Aberglaube gründen würde.

Redakteur:
Normalerweise werden Bohrungen durch geologische Gutachten abgesichert. Doch diese übernehmen keine Garantie schon mal gar nicht für die erhoffte Wassermenge, außerdem sind sie teuer. Selbst modernste Technik kann bis heute Wasservorkommen in der Tiefe nicht lokalisieren oder bestimmen. Ist dieser Unternehmer also ein Hazadeur oder ein Genie? Fast 400 mal im Jahr bestimmt Bernd Textor die Bohrpunkte für sein Unternehmen. Unruhig scheint ihn das nicht zu machen.


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