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Beobachtungen:

Tiefer Okerstollen

Der Tiefe Okerstollen sollte Entwässerungsstollen für den Rammelsberg werden. Um 1513 begonnen, hat man ihn nie fertiggestellt. Heute besteht Einsturzgefahr, die Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge auf der benachbarten Straße wurde daher auf 20 kmh herabgesetzt.
Der Stollen verläuft vermutlich leicht diagonal durch die Vorgärten der Häuser.  Am westlichen Ende an der Kreuzung Galgheitsstraße stehen einige Häuser teilweise über dem Stollen.
Am östlichen Ende bei den letzten Wohnhäusern vor der ehemaligen NatronAG ist die Firste etwa 2 Meter unter der Erdoberfläche, wie sich aus Bohrungen ergeben hat.
Die Firste des Stollens ist aus Bruchsteinen ohne Mörtel gemauert.
Seit November 2007 verfüllt man ihn über Bohrsonden mit Beton. Über diese Bohrungen läßt sich der Verlauf des Stollens erforschen und seine Lage beim Auffinden von Hohlräumen positiv dokumentieren. Über die Menge an eingebrachtem Beton lassen sich die Angaben verifizieren. Sein Querschnitt - läßt sich aus den eingebrachten Verfüllmassen abschätzen - beträgt etwa 1,5 m².
Nach den Recherchen der Geologen Dr. E. Walcher und F. Jacobs gibt es ältere Karten beispielsweise aus dem 18. Jahrhundert, auf denen Lichtlöcher (Hilfsöffnungen beim Stollenbau) verzeichnet sind, aus denen der Verlauf des Stollens rekonstruiert werden könnte.
Anhand der Lage einiger Lichtlöcher am Parkplatz östlich von H.C. Starck sowie südwestlich der Eisenbahnlinie scheint der Stollen in fast gerader Linie zunächst in Richtung der Gebäude auf dem Segelflugplatz zu verlaufen.

Beobachtungen
  • Der Verlauf des Stollens ist im Bereich der Wolfenbüttler Straße  zu spüren.

  • Es handelt sich um ein ideales Übungsobjekt (Blindtest), denn anhand der späteren Bohrungen läßt sich die Qualität der Mutungen beurteilen.

  • Zur Zeit der Fotos der Abbildungen 13 und 15  am 13.12.2007 gab es hier noch keine Sondierungsbohrungen.
    Zwei Steine wurden im Beisein eines Verantwortlichen der Baufirma (Herrn Sch.) zur Markierung der Mutung niedergelegt und zusätzlich noch mit einer Markierung an einem Holzzaun gesichert. Anfang März waren die Arbeiten so weit fortgeschritten, daß Bohrlöcher die gemutete Lage des Stollens mit einer Abweichung von etwa einem halben Meter bestätigen konnten: Abb. 14 und 16. Hierbei bleibt allerdings noch offen, ob die Bohrsonden tatsächlich die exakte Mitte getroffen haben oder etwa am Rand des Stollens niedergingen.

  • Wo der Stollen im Bereich der Fußgängerampel verlaufe, hatte der Autor schon im November 2007 gemutet. Seine Aussage wurde durch die Bauleiterin von der Goslarer Bauverwaltung (Frau G. v.H.) bestätigt. Denn einige Jahre vorher hatte sie dort bei Straßenbauarbeiten eine Gewölbemauerung beobachtet, ohne zu erahnen, daß sie später die Verfüllung des Okerstollens betreuen würde.

  • Auch die Frage, ob von übertage zwischen dem Hohlraum und dem verfüllten Stollen ein spürbarer Unterschied festzustellen ist, läßt sich positiv beantworten. 
    Bei guten Bedingungen (Vorgarten ohne Beton...) läßt sich die Verfüllungsgrenze detektieren.

N51 54.584 E10 28.703



interaktives Luftbild mit GoogleEarth

okerstollen-geschaetzt.kmz

Punkt 01: Mutung
Punkt 02 bis 03: Strecke bei der Verfüllung
Punkt 04: Lichtloch
Punkt 05 und 06: Lichtlöcher??



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Abb. 01: Der Tiefe Okerstollen, rote Linie: vermuteter Verlauf des Stollens. Die Goslarsche Straße parallel dazu heißt heute Wolfenbüttler Straße. Auf dem dunklen Gelände rechts sind die Gebäude der ehemaligen NatronAG eingezeichnet. Am rechten Ende der roten Linie läßt sich der Stollen bei der Fußgängerampel etwa in Straßenmitte muten.
In Bildmitte bei der Kreuzung zur Galgheitstraße ist der Verlauf des Stollens unter dem Keller des Eckhauses zu spüren. Hier gibt es auch einen Brunnenschacht in der Straßenkreuzung.
Weitere stark spürbare Linien verlaufen unmittelbar parallel zur Galgheitsstraße an deren westlichen Rand und kreuzen Hauptstraße und Bahngleise bei der eingezeichneten Markierung.
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Abb. 02: Der vermutete weitere Verlauf des Stollens. Rechts am Beginn der Linie gibt es ein Lichtloch (Abb. 04). Zwei weitere  (Abb. 07) könnten am anderen Ende nördlich der Wiese des Segelflugplatzes sein (links oben).
Abb. 03: Bauschild, Sanierung Tiefer Okerstollen (FB)
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Abb. 04: Am Lichtloch, Parkplatz H.C. Starck, Blick auf das Firmengelände in Richtung des Stollens zum Rammelsberg. Hier ist der Stollen zu spüren. (FB)
Abb. 05: Am Lichtloch Parkplatz H.C. Starck, Blick in Richtung des Stollens zur Oker. (FB)
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Abb. 06: Am Lichtloch (hinten in der Bildmitte), Parkplatz H.C. Starck, Blick in Richtung des Stollens zur Oker. Begehung im Beisein der beteiligten Geologen. (FB) Abb. 07: Vermutlich ein Lichtloch zwischen Flugplatz (rechts) und Erzbahn (links), Blick in Richtung des Stollens zur Oker. Am Ende dieser Wiese in Richtung Schornstein scheint ein weiteres Lichtloch zu sein. Hier könnte der Stollen zu spüren sein. (FB)
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Abb. 08: In dieser Richtung zum Schornstein hin  könnte der Stollen zur Oker verlaufen. Wie weit er in Richtung Rammelsberg vorangetrieben wurde, ist unbekannt. Spürbare  Linien in dieser Richtung hier auf dem Flugplatz könnten aber auch von Gesteinsschichtungen herrühren. (FB)
Abb. 09: Hier war die Fortsetzung des Stollens geplant ???. Es gibt hier zwar parallel verlaufende spürbare Linien, die etwa bei der Markierung auf der Wiese  (Bildmitte) nach rechts abknicken, sie könnten aber auch von Gesteinsschichtungen verursacht werden.  (FB)
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Abb. 10: Bohrsonden in der Wolfenbütteler Straße. Etwa jeden Meter setzt man eine Sonde, um den Stollen mit Beton zu verfüllen.
Original date/time: 2008:02:12 14:59:47  (FB)
Abb. 11:Bildausschnitt:
Über Probebohrungen findet man die korrekte Lage über dem Stollen. Die Überdeckung hier beträgt etwa 4 Meter. (FB)
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Abb. 12: Blick in die umgekehrte Richtung: fünf Bohrsonden zum Füllen mit Beton zeigen die Lage des Stollens an.
Original date/time: 2008:02:12 15:00:36  (FB)
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Abb. 13: Etwas weiter bergauf (Blick bergab zur Oker), noch nicht erbohrt: Bei dem Stein auf der Wiese (links von der Bildmitte) läßt sich der Verlauf des Stollen spüren (etwa Mittelposition). Bei dieser Perspektive liegt der Stein etwas innerhalb des zur Straße parallelen Streifens zwischen Zaun und Holzstapel.
 Original date/time: 2007:12:13 11:32:59   (FB)
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Abb. 14: Aus etwas anderer Perspektive: Die Bohrpositionen verlaufen etwa parallel zur Straße und sind vom Holzstapel etwas zur Straße hin versetzt.
Original date/time: 2008:03:04 14:51:20   (FB)
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Abb. 15: Der rote Stein am dritten Brett des Zaunfeldes liegt auf der gleichen Wiese (Bildmitte). Er markiert die vermutete (gespürte) Lage des Stollens. Nach links geht es Richtung Rammelsberg, Aufnahme vom 13.12.2007.
Original date/time: 2007:12:13 11:33:04(FB)
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Abb. 16: Aus den anderen Bohrungen extrapolierte Bohrposition (rot,  vom 4.3.2008) und Markierung am dritten Zaunbrett (grün vom 13.12.2007)
Original date/time: 2008:03:04 14:55:28 (FB)

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Abb. 17: Die Bohrlanzen geben die erbohrte Richtung des Stollens an. Links vom Arm des Arbeiters ist die Markierung vom 13.12.2007 am Holzzaun angebracht (Abb. 16). Zur Zeit der Aufnahme füllt man den Stollen mit einer flüssigen Betonmasse. Der Stollen scheint hier über eine lange Strecke durchgängig zu sein, denn die Füllung wird an einer Lanze hinter dem Fotografen eingepreßt und tritt an mehreren Lanzen in Blickrichtung gleichzeitig wieder aus. Die Bohr- und Füll-Lanzen reichen hier über eine Länge von 4,5 Meter nach unten.
Original date/time: 2008:03:04 14:52:01  (FB)
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Abb. 18: Am Fußgängerüberweg ist der Stollen noch etwas rechts des Autos zu spüren (innerhalb der weißen Markierung). Hier hat man vor einigen Jahren bei einer Straßenbaustelle ein Mauergewölbe bemerkt. (FB)



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