Physik und Psyche
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| Reichenbach, Der sensitive
Mensch erster Band ISBN
978-3-38203-616-4 (FB) |
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| erster
und
zweiter Band ISBN 978-3-38203-616-4 ISBN 978-017-139235 |
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| zweiter Band ISBN 978-017-139235 und erster Band ISBN 978-3-38203-616-4 |
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| G. T. Fechner Erinnerungen an die letzten Tage der Odlehre und ihres Urhebers, Leipzig, Breitkopf und Härtel 1876 Transscript: fechner-_1876.pdf https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Theodor_Fechner Gustav Theodor Fechner (* 19. April 1801 in Groß Särchen in der Niederlausitz; † 18. November 1887 in Leipzig; Pseudonym Dr. Mises) war ein deutscher Mediziner, Physiker und Naturphilosoph. Fechner gilt als Begründer der Psychophysik. In späten Jahren vertrat er eine Theorie der Allbeseelung des Universums und ist somit einer der wichtigsten Vertreter einer panpsychistischen Weltanschauung. |
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Inhalt
Seite
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| §404b Die Anordnung war dieselbe, wie bei den vorangegangenen Fällen. Ich ziehe die darüber niedergelegte Stelle aus meinem Tagebuche aus : » Zinkel , Versuch Nr . 453. a) Beide genSüdpole einander genähert , |
| Reichenbach Dynamide Band zwei |
| §. 1651. Die erste aller Vorbedingungen zum Odlichtsehen ist eine wohleingerichtete Dunkelkammer. Ohne eine vollkommen tadelfreie Verfinsterung sind alle Odlichtversuche unrein und verwerflich. Eine Verdunklung, wie man sie gewöhnlich in physikalischen Kabinetten findet, wo man Lichtversuche mit Sonnenstrahlen macht, ist für Od durchaus unbrauchbar. Die Verfinsterung muß schlechterdings in der ganzen Strenge des Wortes absolut seyn. Und sie muß es nicht bloß in der ersten Viertelstunde des Lichtabschlusses seyn, sondern sie muß es auch nach Ablauf von mehreren Stunden fortwährend bleiben. Das Odlicht ist so ungemein schwach und der Augenapparat besitzt für einen so zarten Einfluß eine so geringe Reizbarkeit, daß die geringste Spur von Tageslicht oder von Kerzenschein, die im vierten oder sechsten Reflexe durch irgend eine Spalte eindringt, die meisten Sensitiven unfähig macht, irgend eine odische Leuchte zu erkennen. Es ist bei weitem nicht genug, daß ein Fenster mit den besten Laden verschlossen sey; sie müssen noch mit doppelten dichten Teppichen versetzt seyn, wenn nicht nach kurzem Verweilen hinter ihnen überall Tageslicht kennbar werden soll. Scheint vollends die Sonne von außen darauf, so stehen sie nach kurzer Zeit in voller Durchleuchte durch die ganze Brettdicke hindurch da, wie Hände, die man vor eine Kerzenflamme hält. Eben so müssen die Thüren verwahrt werden. Ich habe meine Thüren alle doppelt machen lassen, und zwischen beiden Thüren müssen noch Teppiche aufgehängt werden. Unten an denselben müssen innen und außen Fensterkissen angedrückt seyn, und zwar an beiden Thüren. Meine Einrichtung habe ich so getroffen, daß drei Zimmer neben einander verfinstert sind; alle sind gegen einander lichtdicht verschlossen, aber nur im mittleren, das keine Thüre nach außen hat, und dessen beide Seitenthüren in die finstern Seitenzimmer gehen, arbeite ich mit den Sensitiven. Ich belege dieß mit einigen sprechenden Thatsachen. Frl. Zinkel (499) war bereits vier Stunden lang bei mir mit Arbeiten in der Dunkelkammer beschäftigt und zu voller Sehkraft gelangt. Da kam aus Mißverständniß ein Bedienter mit einer brennenden Kerze und wollte mir eine Meldung machen. Er kam aber nicht in das Zimmer, öffnete nicht die Thüre, sondern entfernte sich auf meinen Ruf zuvor unverzüglich wieder; auch war die Sensitive mit dem Rücken gegen die Thüre gekehrt, konnte also kein Licht sehen, selbst wenn welches durch irgend eine Spalte gedrungen wäre. Doch war durch <<5>> das Schlüsselloch einen Augenblick ein kleinster Lichtblick, doch nur ein reflektirter im Vorbeigehen an die gegenüberliegende Wand gefallen. Er hatte vielleicht nicht eine Zehntelsekunde Zeit eingenommen. Dieß aber reichte schon hin, der Sensitiven die Sehkraft auf eine halbe Stunde zu rauben; dann aber bei der allmähligen Wiederkehr derselben sah sie lange fort alles ohne Schärfe, trübe und ohne klare Umrisse. Es bedurfte mehr als einer Stunde, bis die Wirkung dieses so geringfügig scheinenden Zwischenfalls gänzlich beseitigt und das Sehvermögen auf seinen früheren Zustand wieder hergestellt war. Ein andermal war Ebendieselbe (534) schon drei Stunden in der Finsterniß, als sich unter einer Thüre zufällig eine Spur dreimal diffus reflektirten sehr schwachen Lichtes hereinstahl und von ihr bemerkt wurde. Sogleich wurde sie um die Hälfte minder odsichtig. Alles Odlicht erschien ihr trübe und undeutlich, die Leuchten an ihren Fingern um die Hälfte kürzer, und ich mußte fast eine Stunde Pause machen, bis sie ihre Sehkraft wieder vollständig erlangt hatte. Ein Drittesmal drang unter dem geheizten Ofen der Dunkelkammer ein schwacher Widerschein herein, auch im dritten Reflexe, von einigen übrig gebliebenen Kohlen; dennoch machte er sie (930) bei einem einzigen Blicke dahin auf eine halbe Stunde untauglich zu Fortsetzung der Arbeit. Hr. Klein (183) arbeitete schon mehrere Stunden mit mir in der Dunkelkammer, als er gewahrte, daß durch Verschiebung eines Polsters eine Spur Licht unter einer Thüre hereindrang; es war so schwach, daß ich es kaum zu erkennen vermochte. Gleichwohl ward der Sensitive dadurch so sehr geblendet, daß er kein Odlicht mehr sah und ich die Untersuchungen einstellen mußte. §. 1652. In einer solchen strengen Abgeschlossenheit von allem Lichte nun, wie ich sie geschildert, fangen gesunde hochsensitive Personen nach kurzer Zeit an zu sehen, nicht selten schon nach 5 bis 10 Minuten. Krankhaft Hochsensitive, wie Somnambulen, sehen fast unverzüglich, sowie das Tageslicht abgesperrt ist. Die Frau Kienesberger, Frl. Reichel, Sturmann, Atzmannsdorfer, Beyer in ihren stärksten Krankheitsperioden, durfte ich nur hineinführen und unverzüglich sahen sie alle stärkeren Odleuchten. Aber auch gesunde höher Sensitive, wie die Frau Kowats (15), Cecilie Bauer (13), auch Jos. Zinkel, Blahusch (19), Winter (37), Herr Rake (*), Hr. Schiller (73) hatte ich meist kaum auf ihre Sitze geleitet, als sie schon nach wenigen Minuten ihre Hände, die umherliegenden Krystalle und ähnliche Dinge leuchtend zu gewahren anfingen. Mittelsensitive brauchten einige Zeit, bis sie sahen. Ihr Auge mußte von der starken Einwirkung der Tageshelle zurückgebracht und befreit worden seyn, ehe sie Odlicht zu sehen vermochten. Dazu bedurften sie, je nachdem sie stärker oder schwächer sensitiv waren, eine halbe, eine <<6>> ganze Stunde, auch zwei bis drei Stunden. Frl. Martha Leopolder (85) und ihr Vater, Hr. Mechanikus Leopolder (132), sahen nach fast zwei Stunden noch nicht eine Spur; ich fing schon an, an ihrem Sehvermögen zu verzweifeln. Aber nun erst begann bei ihnen die Wahrnehmung von Licht und nach drei Stunden sahen beide recht gut alle odischen Erscheinungen und ganz proportional ihren Gefühlsreizbarkeiten. De schwächer die Sensitivität eines Menschen überhaupt ist, desto länger muß er in der Regel in der Finsterniß verweilen, ehe er Odlicht ansichtig wird. Man kann die Größe der Zeit, die er im Finstern zubringen muß, bis er sieht, die Sehzeit eines jeden im Allgemeinen, wenn alles übrige gleich ist, einigermaßen zum Maßstabe nehmen für die relative Stärke seiner Sensitivität. Hr. Dr. Machold (71), Friedrich Weidlich (61), Hr. Müller (12), Frl. Karhan (115), Barbara Hek (62) brauchten kaum eine Viertelstunde, um ihre Hände leuchten zu sehen. Frau von Littrow (45), Frl. Jos. Geraldini (82), Kynast (32), Hr. Prälat Baron Schindler (34), Dr. Löw (76), Klein (13), Dr. Ratterer (70), Fernolendi (18), von Siemianovski (33), Demeter Tirka (8), Eduard von Bivenot (17), Baron August von Oberländer (9), Hr. von Rainer (29) und Frl. Poppe (20) sahen sie nach einer halben Stunde. Ritter von Perger (4), Major Schwarzmann (10), Hr. Superintendent Pauer (32), Frau Mathilde von Bivenot (12), und der blinde Bollmann (21) langten nach drei Viertelstunden hiebei an. Frau Heintl (30), Gabriele von Neuwall (3), Baronin von Tessedik (50), Ritter von Neuwall (3), Hr. Summer (2), Hr. Dr. Fröhlich (3), Alexander Baumann (3), Dr. Goldberg (16), Kailan (4), Enter (94), Dr. Kabel (39), Sautter (2) bedurften einer Stunde. Hr. Hochstetter (22), Hr. Professor Huß (26) und Frau Sophie von Offenheim (3) fünf Viertelstunden. Hr. Professor Ragsky (24), Alois Zinkel (47), Professor Endlicher (34), Dr. Tillich (22) ein und eine halbe Stunde. Anka Hetmanek (26), die Frau Delhez (7) und Frau Baronin von Augustin (16) hatten zwei volle Stunden nöthig, bis sie das Odlicht ihrer Hände gewahr wurden. Ja ich habe junge Männer bei mir gehabt, die erst nach drei, ja einzelne erst nach vier Stunden entschieden odsichtig wurden. Die Sehzeit der Sensitiven ist also für jedes Individuum verschieden groß (vorbehalten die zufälligen Störungen, welche Sonnenschein, Odverladung, Gesundheitszustände, Lage etc. zeitweilig hineintragen). |
| Reichenbach, der sensitive Mensch, zweiter Band |
| §. 1653. Wie die Sensitiven das
Minimum der odischen Sehkraft langsam gewinnen, so
erlangen sie auch das Maximum nur allmählig. Der
Anfang ist immer bei einem starkleuchtenden
Gegenstande, gewöhnlich den eigenen Händen. Sie
werden zuerst, und zwar nur wie eine graue
unförmliche, wolkige Masse erkannt, die sich aus
der allgemeinen Finsterniß heraus wahrnehmen läßt.
Im ersten Anfange erscheint sie noch unsicher und
der Beobachter weiß noch nicht sogleich, ob es
Sinnentäuschung << 7>> oder
Wirklichkeit ist. Dazu setzt er die Erscheinung
dadurch auf die Probe, daß er die Hand sehr
langsam hin- und herbewegt; geht die unsichere
graue Wolke mit hin und her, so ist es kein
optischer Trug, sondern der erste schwache Schein,
den das Auge von der Hand empfängt. Bald wird
dieses deutlicher und bestimmter; die Wolke
gewinnt Umrisse und hebt sich besser heraus, sie
nimmt die Form der Hand an. Aber noch nicht
sogleich werden die Theile der Hand unterschieden;
sperrt der Beobachter die Finger seiner Hand
auseinander, so kann er sie noch nicht einzeln
unterscheiden, er gewahrt nur, daß die schwache
Leuchte breiter wird. Oft vergeht noch eine halbe
bis ganze Stunde, bis die ausgespreizten Finger
einzeln von einander unterschieden werden. Oftmals
erkennen die Sensitiven die Hände anfangs nicht
wie leuchtende Gegenstände, sondern wie schwarze
Schattenrisse. Dieß kann im ersten Augenblicke
sonderbar klingen: etwas Schwarzes in der
allgemeinen vollendeten Schwärze der Finsterniß.
Es findet aber seine Erklärung darin, daß die
Odemanation von der ganzen Oberfläche der Hand
überall ausgeht. Dieß gibt, wie ich später zeigen
werde, eine allgemeine Lichtemanation um die ganze
Hand herum, so daß sie in einem leuchtenden Dufte
sich befindet. Die Hand selbst leuchtet noch nicht
selbst, wenn bereits diese Lichteinhüllung merkbar
wird. Wo nur der Blick unmittelbar auf die Hand
fällt, da geht er nur durch die einfache Dicke
dieser Lichtatmosphäre durch; wo er aber seitwärts
an der Hand vorbeistreift, da geht er durch den
doppelten Radius des Lichtdunstes; besonders stark
ist dieß der Fall, wenn man die Hand gegen das
Auge auf die Kante hält und mit dem Blick den
Handrücken oder die Handweiche seitwärts streift.
Dann streift das Auge tangential über die Hand und
der Blick geht durch eine vielfach vermehrte
Lichtwolke, die nun deutlich gesehen wird, während
die Hand, davon eingehült und unsichtbar), schwarz
erscheint. Das Schwarze ist eigentlich nicht die
gesehene, sondern die nicht gesehene Hand. Das
Auge sieht den dunstigen Lichtnebel um die Hand
herum, die Hand selbst sieht es noch nicht. Aber
eben weil es sie nicht sieht, entsteht innerhalb
der Helle ein lichtloser Fleck von der Form der
Hand und dieß ist der Schattenriß. Es ist dieß der
Anfang des Odlichtsehens. Frl. Ernestine Anschütz
(39) machte mich zuerst (Januar 1846) hierauf
aufmerksam; später sahen dasselbe viele Sensitive,
Frau Kienesberger ( 355), Frhr. August von
Oberländer (9), Hr. Dr. Goldberg (16), Tirka ( 8),
Dr. Fröhlich ( 3. 4. 16), Prof. Endlicher ( 34.
35) Klein (183), Schiller (78), Alois Zinkel (47),
Eduard von Bivenot (17), Hr. Prälat Frhr. von
Schindler (34) u. a. m. Hr. Dr. Köller (102) sah
seine Hände lange Zeit als bloße Schattenrisse;
erst in der vierten Stunde seines Aufenthaltes in
der Dunkelkammer erkannte er die Fingerspitzen und
Fingerränder entlang der Finger als
Selbstleuchter. — Frl. Karhan (116) sah zuerst nur
eine graue Wolke. Nach einiger Zeit ging diese in
einen Schattenriß der Hand in
<<8>> leuchtendem Nebel über; nach
einer Stunde erschienen ihre Hände endlich
selbstleuchtend. Von diesen untersten Anfängen des Sehens odischer Leuchten an schreitet diese Wahrnehmung mit dem Fortgange der Zeit, während deren in der Finsterniß verweilt wird, fort in Klarheit, Helle und Deutlichkeit. Allmählig wird die dunkelgraue Wolke weißlich, die Gegenstände, von denen sie ausgeht, entfalten ihre Gestalt, erscheinen in feiner Odgluth, ein leuchtender Nimbus umgibt sie, flammenartige Erscheinungen bilden sich an ihren Polen und Spitzen, es werden Odfunken unterschieden, sichtbarer Rauch trennt sich von den leuchtenden Gegenständen und steigt in der Luft empor, die odische Flamme geht oben in ihn über, und endlich treten selbst die benachbarten opaken Körper aus der Dunkelheit, beleuchtet von den Leuchtenden. Die Frl. Zinkel (558), eine meiner besten Mittelsensitiven, beobachtete immer, wenn sie bei kräftigem Sehvermögen war, alsbald nachdem ich die Lichtöffnungen zugeschlossen hatte, das ganze finstere Zimmer zwar schwarz, dennoch wie mit einem weißlichen eigenthümlichen Dufte angethan. Bald nachher zeigten sich ihr die Fingerspitzen und dann die ganze linke Hand wie eine grauliche Nebelwolke. Später trat auch die Rechte aus der Finsterniß trübe heraus. Dann zeigten sich die Hände länger als sie von Natur sind, leuchtender Rauch, der von den Fingern ausging, gab ihnen das verlängerte Ansehen. Allmählig gestalteten sich Glieder, Köpfe, Hände; Daumen trennten sich und Finger ließen sich einzeln unterscheiden. Nach Verfluß einer kleinen Stunde leuchteten die Finger schon doppelt so lange als sie wirklich sind und nach 1½ Stunden sah sie jeden einzelnen Finger anderthalbfach so lange mit einem klaren Flammenbüschel versehen, seitlich gut begrenzt und am Ende in Dunst sich verlierend. Dann aber erkannte sie alle Gegenstände im Zimmer, griff mit Sicherheit nach allem Metall, nach Schlössern, Thürbeschlägen, Angeln und Riegeln der Fenster, Schlüsseln, Vergoldungen an Möbeln, messingenen Apparaten, eisernen Oefen. Alle Kästen sah sie dunkel an der weißlichen Zimmerwand stehen. Tischflächen schienen ihr alle weißlich wie mit Leinwand belegt; die Menschen sah sie wie weiße Gespenster von riesenhafter Größe sich umher bewegen. So nimmt vom Anfange des Odsehens an die Sehkraft bei allen Sensitiven mehrere Stunden lang zu, so daß höher Sensitive endlich in der Dunkelkammer alle Gegenstände so deutlich wie im Dämmerlichte sehen. Hr. Dr. Natterer (120) und Hr. Fichtner (102) sahen nach vier Stunden Alles im Zimmer; alle Geräthe vermochten sie mehr und minder deutlich zu unterscheiden; Metallgegenstände sahen sie in Odgluth, alle Zimmerwände weißleuchtend. Fried. Weidlich (61), Frl. Poppe und Winter, welche mich im Finstern nach Werkzeugen, die ich suchte, herumtappen sahen, holten mir diese herbei, sobald sie erfuhren, was ich haben wollte; und als man Frau Cecilie Bauer (59) bedauerte, daß sie so lange im Finstern <<9>> ausharren müsse, nahm sie die Klage nicht an, indem sie versicherte, sie sey nicht im Finstern, denn sie sehe Alles im ganzen Zimmer so gut als in der Abenddämmerung, umgekehrt, wir andern sehen von ihr zu bemitleiden, denn wir sehen es, die sich im Finstern befinden. Frau Auguste von Littrow (86), Ritter von Siemianovski (77) u. a. m., nachdem sie länger in der Dunkelkammer verweilt hatten, konnten, obwohl nur schwächere Mittelsensitive, im ganzen Zimmer die Umrisse aller Möbeln erkennen und vermochten ohne anzustoßen darin herumzugehen. - Frau Kowats ( 33) hatte kaum eine halbe Stunde im Finstern zugebracht, als sie sich darin wie im Dämmerlichte befand, und mit so großer Leichtigkeit unter meinen Apparaten herumbewegte, daß sie jede Anerbietung, sie zu führen, als überflüssig ausschlug. - Ebenso fand Hr. Klein (190) nach einigen Stunden die Dunkelkammer nur noch in Dämmerung befindlich. - Nach Verfluß von ein paar Stunden endlich wird das Sehvermögen stationär (stellig) und bleibt bei höher Sensitiven auf einer höhern, bei nieder Sensitiven auf einer niederen Stufe der Deutlichkeit und Lichtstärke stehen. Bei den schwächst Sensitiven bleibt es damit bei einer Aureola um die leuchtenden Gegenstände oder gar nur bei der anfänglichen grauen Nebelwolke um dieselben bewenden. |
Andreas Hellmann, Dissertation
https://www.wilhelmreich.at/wp-content/uploads/DissA-2_Hellmann.pdf
„Ich versuchte es mit Beobachtungen in dunklen Kellerräumen, wohin ich die
Kulturen brachte. Um die Wirkung zu verstärken, legt ich Dutzende von Kulturen an.
Die Beobachtungen im Dunkeln waren irgendwie ‚unheimlich‘. Der Raum wurde ...
grau-bläulich . Ich sah neblige Schwaden, bläuliche Lichtstriche und fliegende
Punkte. Tief violette Lichteindrücke schienen wie aus den Wänden und von
Gegenständen herzukommen ... Nach ein oder zwei Stunden Aufenthalt im
Kellerraum schmerzten meine Augen und wurden gerötet. Eines Abends verbrachte
ich fünf Stunden im Kellerraum in einem Zuge. Nach etwa zwei Stunden konnte ich
deutlich meine Handfläche leuchten sehen, ebenso meine Hemdärmel und (im Spiegel)
auch mein Kopfhaar. Der blaue Schimmer lag wie ein unscharfer, langsam bewegter,
graublau leuchtender Dunst um meine Gestalt und um Gegenstände im Raum.“ (Kr,
104f) Kr: Reich, Wilhelm, Die Entdeckung des Orgons. Bd.2. Der Krebs
"Schluss:
Ich habe versucht, den Weg nachzuzeichnen, der Wilhelm Reich auf die Spur der von ihm so genannten Orgonenergie geführt hat. Ich wollte zeigen, dass Reich nicht der Versuchung erlegen ist, an irgendeiner Stelle seines Forschungsweges die Existenz einer Lebensenergie, einer schöpferische Energie ohne einen empirischen Nachweis zu postulieren.
Die Bionforschung hat gezeigt, dass ein Zugang zur Thematik und zur konkreten Nutzung und Anwendbarkeit der Orgonenergie offensichtlich von verschiedenen Richtungen her möglich war und ist, wobei prinzipiell keine Richtung eine privilegierte zu sein scheint. Die verschiedenen in dieser Arbeit angeführten Konzepte und Theorieansätze haben ein Niveau der Ausformulierung und des Verständnisses der Vakuumprozesse erreicht, das es erlaubt, Gemeinsamkeiten und Querverbindungen zu erkennen und mögliche praktische Anwendbarkeiten zu erkunden und umzusetzen.
Ich sehe als wesentlich für den Fortgang der Reich-Forschung bzw. der weiteren Erforschung der Orgonenergie, dass es gelingt, die Reichschen Ergebnisse an laufende Diskussionen anzuschließen und zwar mindestens in zwei Richtungen: Zum einen an parallele Forschungen zum physikalischen Vakuum, und zum anderen – auf der Basis der wissenschafts- und erkenntnistheoretischen Rekonstruktion des Orgonansatzes – an sozialwissenschaftliche und philosophische, sowie auch technikphilosophische und -soziologische und ökologische Diskussionen. Die Integration orgonenergetischer und vakuumtheoretischer Forschungen schließt erhebliche Lücken im Verständnis naturwissenschaftlicher Prozesse.
Das Bedenken und der Umgang mit den Erkenntnissen der Vakuumforschungen wird zu einem bedeutenden Faktor unserer Zeit zahlreicher Wenden, Umbruchsituationen und statthabender Umdenkungsprozesse. Ich habe hingewiesen auf reale Gefahren im Umgang mit den Energien und Kräften des Äthers, darauf, dass die Mentalität des Stellens sich auch diesen Bereich virtueller Kräfte anzueignen imstande ist. Reich sah sich am Ende als orgone engineer, der „harte Ein-griffstechnologien“ (Bechmann) anwendete, wenn auch in voller Überzeugung zum Wohle der Menschheit, was man Reich sicherlich nicht wird absprechen können. Äthertechnologien können auch zum Schaden von Personen und der Natur eingesetzt werden.
Es sollte deutlich werden, dass alle diese Ansätze, bei allen schon erreichten, z.T. spektakulären Ergebnissen, gleichwohl noch eher am Anfang einer Entwicklung stehen. Wilhelm Reich und andere haben nur Schichten, vielleicht nur Teilfunktionen des gewaltigen Energiespektrums des Vakuums aufgespürt.
Über die Thematik des Unverfügbaren ist demnach auch in Termini von Vakuumenergien nachzudenken. Das Unverfügbare beginnt hinter dem Wissbaren und Machbaren. Tiefere Schichten der Lebensenergien, des Lebensenergiespektrums, können, wie ich glaube, definitiv nicht mehr für selbstsüchtige oder für Zwecke der Manipulation eingesetzt werden. Irgendwo – noch über das Orgon hinaus – beginnt wirklich das Unverfügbare."
| §. 1969. Einige blühende Blumentöpfe
brachte ich der Frl. Zinkel (736) in die
Dunkelkammer. Sie sah unverzüglich die ganze Pflanze
leuchten, besonders aber die Blumen; es waren
Verbenen. Ich habe oben gezeigt, daß die Blumen im
Allgemeinen odnegativ sind. Wenn sie mit den rechten Fingern einen Blumenstiel berührte, so wurde die Blume an demselben leuchtender; es war Zuladung von gleichnamigem Ode und der Versuch war analog dem, wenn mit einer rechten Hand ein rechter Vorderarm, parallel abwärts, ergriffen wurde, wovon Vergrößerung der blauen Odflamme auf den Fingern, wie ich gezeigt, die Folge ist. Hielt sie die rechten Finger unmittelbar über die Corolle, so erlosch das Licht der Blume ebenso, wie zwei gleichnamige Hände sich gegenseitig erlöschen, wenn ihre Spitzen gegen einander gekehrt werden. Strich sie mit der rechten Hand am Stengel hinauf gegen die Blumen hin, so ward diese <<154>> während dessen leuchtender, gleich einem gleichnamigen Fortstriche, welcher Leuchte vor sich hertreibt; - fuhr sie aber über die Blume selbst hinaus, so erlosch diese, wie die Finger erlöschen, wenn ein Streicher über sie hinausfährt. - Strich sie rückwärts von der Blume gegen den Stengel hin, so ward die Blume unsichtbar, es war dieß einem von den Fingerspitzen beginnenden Rückstriche gleich, der Dunkelheit hinterläßt. Gegen eine Blume mit Stiel verhält sich also eine rechte Hand in Beziehung auf Licht und Strich gerade ebenso, wie gegen eine andere rechte Hand und Arm. |
| Reichenbach, der sensitive Mensch, zweiter Band |
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| Abb. 02-01-01: Blumenstrauß
Narzissen. Er ist von einer großen Struktur umgeben. Sie ist kugelförmig, nach oben ausgedehnt und hat eine Durchmesser von etwa 1,2 m (FB) |
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| Abb. 02-01-02: erste
Jahreshälfte, 29.1.2026 den Mittelfinger der linken Hand an den Stängel gelegt, verkürzt die Struktur nach oben von etwa 40cm auf 15 cm, (FB) |
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| Abb. 02-01-03: erste Jahreshälfte,
29.1.2026 den Zeigefinger der linken Hand an den Stängel gelegt, verlängert die Struktur nach oben von ca. 40 cm auf 70 cm Läßt man den Finger längere Zeit in dieser Position wächst die Struktur weiter an. (FB) |
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3. Strömungen
aus einzelnen Fingern
Beispiel: zweite Jahreshälfte, männliche
PersonFlows from single fingers Zustand AB Condition AB Typ-1 : L-Zeigefinger, L-Ringfinger R-Daumen, R-Mittelfinger, R-kleiner Finger erste Jahreshälfte, weibliche Person
Zustand CD Condition CD Beispiel: erste Jahreshälfte, männliche Person zweite Jahreshälfte, weibliche Person
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aus raunaechte.htm#kapitel-03 |
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| Abb. 02-01-04: AB zweite Jahreshälfte, männliche Person AB erste Jahreshälfte, weibliche Person CD erste Jahreshälfte, männliche Person CD zweite Jahreshälfte, weibliche Person aus raunaechte.htm#kapitel-03 |
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| §. 1888. Ein Stückchen trocknes Apfelbaumholz, so groß etwa, wie eine halbe Faust, zeigte ich in der Dunkelkammer der Frl. Beyer (173) vor. Sie vermochte nichts davon wahrzunehmen. Ich nahm es zwischen meine linken Finger, bewegte es darin eine Minute leicht herum und legte es ihr nun wieder vor. Jetzt gewahrte sie es, das Holz war schwach leuchtend und dadurch sichtbar geworden. Seine Helle war zwar viel schwächer, als die ihrer und meiner Hände, doch war sie recht gut sichtbar. Sie dauerte aber nicht, sondern schwand zusehend und war nach einigen Sekunden wieder erloschen, gerade so, wie ein vom Sonnenlichte insolirter Körper im Finstern nur einige Augenblicke leuchtet und dann erlischt. Ganz auf gleiche Weise ging ich bei Frl. Zinkel (1425) mit einem fast armdicken Stengelstück von einer großen Umbellifere* zu Werke; ich lud es mit meinen linken Fingerspitzen; nach einer halben Minute gewahrte sie noch nichts davon; nach einer ganzen sah sie es nur mühsam, nach zwei Minuten fortgesetzten leichten Umdrehens zwischen meinen Fingerspitzen aber sehr gut, es hatte deutlich sichtbare Helle gewonnen. Mit demselben Körper wiederholte ich diesen Versuch mit Hrn. Prälaten Freiherrn von Schindler (98). An und für sich sah er das Stengelstückchen nicht. Als ich es aber eine Minute lange zwischen meinen linken Fingerspitzen gehalten hatte und es ihm nun wieder gab, nahm er es wahr; es war also durch odpositive Ladung sichtbar geworden. Als ich es hierauf eine Zeit zwischen meine rechten Finger genommen hatte, fand er es weniger leuchtend, aber doch immer noch entschieden wahrnehmbar, d. i. leuchtend. Ich nahm von Frl. Beyer das Stückchen Apfelbaumholz oben zurück und trillerte es von neuem zwischen meinen linken Fingerspitzen mehrere Minuten langsam und leicht herum und legte es ihr wieder vor. Jetzt war es merklich heller geworden und sein Licht hielt einige Sekunden länger aus, ehe es erlosch und der Körper wieder unsichtbar wurde. Ein drittesmal so behandelt nahm die Leuchte so zu, daß die Sensitive einen leichten Nebel davon aufsteigen sah. Gab ich ihr denselben aus meiner linken auf ihre linke Hand, so erschien er ihr matter; legte ich ihn auf ihre rechte, so fand sie ihn lebhafter leuchtend. Ich machte nun die nämlichen Versuche mit meiner rechten Hand. Das Holzstückchen wurde ebenfalls leuchtend, doch etwas matter. Legte ich es aus dieser auf die linke Hand des Mädchens, so leuchtete es jetzt hier heller und länger, als wenn ich es auf ihre rechte brachte. - Zugleich mit der Odverladung aus meinen Fingern auf das Holz also (§. 351) ward dieses leuchtend, und wie das eingegossene Od sich <<113>> in die es umgebenden Gegenstände verlor, verschwand auch seine Leuchte; es war also offenbar das durch Verladung empfangene Od, mittelst dessen das Holzstückchen leuchtete. Dieß bewährte sich noch durch die Gegenprobe, daß es die Differenzen parallelisirte, welche die verschiedenen Odpole ihrer und meiner Hände bedingen, und die Zeitdauer einhielt, die solchen odischen Erscheinungen entspricht. |
| Reichenbach, der sensitive Mensch, zweiter Band |
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| Abb. 02-01-05: Strömung nach
oben, linke Hand, Zeigefinger (L2) kurz, Daumen (L1) lang, erste Jahreshälfte Wenn der Ring aus den beiden Finger geschlossen ist, verlängert sich die Struktur auf über einen halben Meter. Bei geöffnetem Ring ist sie etwa 15 cm lang. (FB) |
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| Abb. 02-01-06: Strömung nach oben ,
rechte Hand Zeigefinger (R2) lang, Daumen (R1) kurz, erste Jahreshälfte Wenn der Ring aus den beiden Finger geschlossen ist, verlängert sich die Struktur auf über einen halben Meter. Bei geöffnetem Ring ist sie etwa 15 cm lang. Linke / rechte Hand: gleiche Längenänderung aber unterschiedliche spürbare Qualitäten der Struktur (FB) |
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| Abb. 02-01-07: Zeigefinger
linke Hand (L2) kurz , erste Jahreshälfte nach dem Auflegen des Fingers schrumpft die Struktur mit der Zeit (Sekunden) und kehrt sich um in Richtung Zeigefinger. (FB) |
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| Abb. 02-01-08: Zeigefinger
rechte Hand (R2) lang, erste Jahreshälfte nach dem Auflegen des Fingers wächst die Struktur oberhalb der Blüte und wird mit der Zeit (Sekunden) immer länger (FB) |
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| Abb. 02-01-09: linke
Hand: linke Hand: Zeigefinger (L2) und Daumen
(L1) / ungleichartig: Querströmung durch den Stängel, verhindert die Strömung durch den Stängel. Die Struktur außerhalb der Blüte zieht sich zurück, verschwindet. (FB) |
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| Abb. 02-01-10: linke
Hand: Mittelfinger (L3) und Daumen (L1) /
gleichartig: keine Querströmung durch den Stängel, d.h. die Struktur oberhalb der Blüte ist unverändert, kein Einfluß. (FB) |
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| Abb. 02-01-11: Vier
Stängel in einem geschlossenen Kreis. Legt man an den rechten Stängel den rechten Zeigerfinger (lange Struktur in der ersten Jahreshälfte), so nimmt die CCW - Strömung zu. Stärke und Richtung der Strömung im Ring läßt sich über Vorzeichen und Ausdehnung entlang der Ringachse bestimmen. Korkenzieher-Regel: bei CCW zeigt die Achse aus der Bildfläche heraus nach oben. (FB) |
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Abb. 02-01-12:
Korkenzieher-Regel, Kopplung von Ringströmung und
linearer Strömungaus soliton.htm#kapitel-02-00 |
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Abb. 02-01-12.1:
feinstoffliche Strömungen: Torus und Keule sind
auf beiden Seiten jeweils miteinander gekoppelt.aus: kuehlwasser-sechszehn.htm Abb. 11: Zum Vergleich: |
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Abb. 02-01-12:
aus kuehlwasser-neunzehn.htm#kapitel-02-01 |
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"sichtbare" Strukturen bei einem
Hufeisenmagnet aus neun Lagen geschmiedetem Eisen
"neunblättrig"aus bbewegte-materie.htm#kapitel-02-01 |
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Wechselwirkung von einem kleinen
Elektromagneten mit einem Hufeisenmagentenaus bbewegte-materie.htm#kapitel-02-01 |
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Baron Karl Freiherr von Reichenbach
1850 Band IIaus bbewegte-materie.htm#kapitel-02-01 |
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aus bbewegte-materie.htm#kapitel-02-01 |
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aus bbewegte-materie.htm#kapitel-02-01 |
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aus bbewegte-materie.htm#kapitel-02-03 |
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aus soliton.htm#kapitel-01-05 |
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aus soliton.htm#kapitel-01-05 |
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aus soliton.htm#kapitel-01-05 |
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aus stroemung.htm |
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aus gekoppelte-stroemungen.htm#kapitel-03-01-02 |
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aus gekoppelte-stroemungen.htm#kapitel-03-01-02 |
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aus ostwind.htm#kapitel-03-03 |
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aus ostwind.htm#kapitel-06-05 |
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aus bbewegte-materie.htm#05-01 |
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aus strom-sehen-gut.htm Abb. 01-01: /Reichenbach 1867/ Seite 7 "Magnet Von hier leitet uns die Untersuchung zur Lohe der Magnete, ebenso sichtbar am Tage wie bei Dämmerung und Feuerlicht. Ein kräftiger Stabmagnet frei in die Parallele gebracht, duftete an beiden Enden Lohe aus, in eben der Weise wie die Krystalle es thun. Dies that eine kleine Compaßnadel so gut als mehrere Schuh (0,3m) lange Stahlstäbe. Ein zweischütziger Stabmagnet mit einem Quadratzoll Querschnitt, rechtsinnig in den Meridian gebracht, lieferte am positiven genSüdpole 30, am negativen genNordpole 12 Linien (12 Linien = 1 Zoll = 25 mm) lange Lohen. Einem 5 Fuß (1,5 m) langen Stabmagnete in gleicher Lagerung entströmten am negativen Ende 23, am positiven 48 Linien Lohe; widersinnig im Meridian liegend am negativen Ende 40, am positiven 18 Linien. Wurden die Magnetstäbe nahe beim Pole erwärmt durch Lampen, so gaben sie verlängerte Lohen; ein rechtsinnig liegender zweifüßiger Stab gab dann am erwärmten negativen Ende 48, am kalten positiven 16 LInien; ein fünfschühiger (1 Schuh = 1 Fuß) am erwärmten negativen 50, am kalten positiven 18 Linien Lohe; Widersinnig liegend am erhitzten negativen 54, am kalten positiven 6 Linien. Hier addirte überall das negative Od des Feuers zur negativen Lohausströmung." |
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aus strom-sehen-gut.htm Abb. 01-02: /Reichenbach 1867/ Seite 34 "Durchgängigkeiten. Es ist theilweise schon mitgetheilt, wie ein fünfblätteriger Hufmagnet mit den Polen nach oben gekehrt, rechtsinnig im Meridiane aufgestellt wurde. Diesen überlegte man erst mit Schreibpapier. Die Lohe kroch zwar unter demselben fort, quoll an den Rändern hervor. Dies war aber nur ein Theil. Ein anderer drang durch das Papier hindurch. Man vertauschte das Papier mit Pappe. Auch durch diese drang die Lohe hindurch, man sah sie über beiden Polen auf der PPappe abgesondert aufsteigen. Statt dessen legte man nun eine Glasplatte über die Magnetpole. Wiederum schob sich Lohe unter dem Glas fort, jetzt nicht blos ein Theil derselben, sondern alle, über dem Glase aber schein gar keine Lohe. Papier und Pappe hatte sie durchgelassen, das Glas aber wehrte ihr absolug den Durchgang. Was Wasser, Alkohol, Aether und Essigsäuere ihr verstattet hatte, das versagte ihr das Glas unbedingt." |
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aus maxwell-drei.htm#kapitel-04-04-02 |
10 Der nachstehende, höchst bedeutsame Aufsatz, dessen Lesung wir besonders empfehlen, rührt von einem sehr bekannten deutschen Physiker her. Es erscheint uns bei den Vorurtheilen, denen dennoch der übersinnliche Phänomenalismus in den Kreisen der „exakten" Wissenschaft begegnet, durchaus gerechtfertigt, dass der Verfasser es vorzieht, seine hier vorgetragenen, geistreichen Schlussfolgerungen durch ihre eigene Kraft und ihren sachlichen Werth, nicht nur durch den Namen ihres Urhebers wirken zu lassen. Der Herausgeber (der Sphinx).
Die Methode, welche nach meiner Auffassung allein zu einer Erklärung, das ist Verständlichmachung „okkulter" Erscheinungen führen kann, ist die naturwissenschaftliche. Wer nun mit mir auf diesem Boden steht, wird mir allerdings mit Recht vorwerfen können, dass meine folgenden Ausführungen fast nur Möglichkeiten, zwar wissenschaftlich begründete, aber doch unbewiesene Möglichkeiten bieten.
Dieser Vorwurf drückt auch mich; dennoch hielt ich es für gut, diese kleine Arbeit abzufassen, deren Hauptzweck es ist, zu zeigen, wie physikalisch festgestellte Forschungen der allerjüngsten Zeit eine gewisse Annäherung an diejenigen Phänomene gebracht haben, welche Reichenbach als odische Phänomene in dickleibigen Büchern ausführlich beschrieben hat, und welche heute noch von der gesammten offiziellen Naturwissenschaft als phantastischer Unsinn, Hirngespinnste und Schwindel charakterisirt werden.
Der wesentliche Unterschied zwischen den Ansichten der bisherigen Physik und denen Reichenbachs lässt sich folgendermassen ausdrücken. Nach der Physik ist im allgemeinen jeder Körper, z.B. ein Stück Blei oder eine Flasche Schwefelsäure, inaktiv, d.h. er besitzt keine besonderen spezifischen, von ihm aussehenden fernwirkenden Kräfte. Nur das magnetische Eisen besitzt solche Kräfte im natürlichen Zustande, nämlich magnetische Kräfte; allen andern Stoffen kann man bloss durch gewisse Mittel, nämlich durch Elektrisiren Kräfte, (fernwirkende Kräfte), zu ertheilen. Im natürlichen Zustand besitzen sie dieselben nicht.
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| Ergebnisse. Wilhelm Weber hat gezeigt, dass jedes Molekül aus sehr vielen, sehr kleinen Theilchen besteht, den elektrischen Theilchen. Dieselben sind theils positiv, theils negativ und die ersteren umkreisen die letzteren. Jedes elektrische Theilchen oder jedes Aggregat elektrischer Theilchen in dem Molekül versetzt durch periodische Impulse, die sich mit jedem seiner Umläufe erneuern, den benachbarten Aether in Schwingungen, wobei zwischen Wellenlänge und Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Aether-Schwingungen und Amplitude und Umlaufsgeschwindigkeit der rotirenden elektrischen Theilchen eine einfache Beziehung besteht. Die Aggregate elektrischer Theilchen im Molekül, welche mehr oder weniger elektrische Theilchen enthalten, deren Zahl aber je nach der stofflichen Natur des Moleküls in einer gesetzmässigen Beziehung zu einander steht, veranlassen im Verhältniss zu der Zahl der in ihnen enthaltenen elektrischen Theilchen längere Wellen im Aether, als ein einzelnes elektrisches Theilchen. So gehen von jedem Molekül bei jeder Temperatur über dem absoluten Nullpunkt Aether-Schwingungen von verschiedener Wellenlänge aus, welche sich zu einander verhalten, wie die Grundtöne zu den Obertönen. Wächst die innere Bewegung an irgend einer Stelle eines Moleküls so weit, dass die Tangentialgeschwindigkeit eines rotirenden elektrischen Theilchens grösser wird, als die auf es wirkenden anziehenden Kräfte, so wird das elektrische Theilchen aus dem Moleküle emittirt und wird sich, falls dasselbe in einen widerstandslosen Raum einträte, geradlinig mit jener Tangentialgeschwindigkeit fortbewegen. Das elektrische Theilchen wird dann zu einem Aethertheilchen. Beide sind identisch. Ich nehme an, dass eine solche Emission elektrischer d. h. Aether-Theilchen von allen Molekülen stattfindet, deren Temperatur über dem absoluten Nullpunkt liegt und dass die Zahl der in der Zeiteinheit von der Masseneinheit emittirten Aethertheilchen der Temperatur direkt proportional ist. Mit diesem Emissionsprocess von Aethertheilchen muss ein Absorptionsprocess in das Molekül, nachdem diesem durch Emission Aethertheilchen verloren gegangen sind, Hand in Hand gehen. Im Innern der Himmelskörper werden hauptsächlich Aethertheilchen aus benachbarten Massentheilchen zur Absorption gelangen; an der Oberfläche der Himmelskörper aber Aethertheilchen aus den benachbarten Himmelskörpern, auf der Erde also vornehmlich solche aus der Sonne. Jedes freie negative Aethertheilchen enthaltende Molekül übt also auf die den Anziehungsbereich derselben passirenden positiven Aethertheilchen eine Anziehung aus, die je nach der Zahl der freien negativen Aethertheilchen im Molekül, also der Summe der Anziehungskräfte in demselben, des Abstandes der freien positiven Aethertheilchen und der Geschwindigkeit derselben eine grössere oder geringere Ablenkung derselben aus ihrer Bahn, ein Rotiren derselben um das Molekül oder eine Absorption derselben in das Molekül herbeiführt. Das Newtonische Gravitationsgesetz gilt für die Anziehung, welche zwischen positiven und negativen Aethertheilchen herrscht, nicht oder nicht allein; es lässt sich durch Rechnung nachweisen, dass diese Anziehung ungeheuer gross ist und noch auf viele Millimeter Abstand ein freies positives Aethertheilchen um ein freies negatives Aethertheilchen zum Rotiren bringen muss. Es muss mithin um alle festen Körper der Aether bis zu einem gewissen Abstände rotiren, der sich nicht nach der Masse des festen Körpers richtet, in welchem die freien negativen Aethertheilchen enthalten sind, sondern nach der Zahl der letzteren. Darüber hinaus aber muss der Aether eine Ablenkung aus seiner Bahn erfahren, die mit dem Abstände abnimmt, bis sie schliesslich Null wird. Aus diesen Betrachtungen folgt unmittelbar, dass es möglich sein muss, den diffus in der Atmosphäre sich bewegenden Aether zu verdichten und gleichzurichten, indem man ihn der Anziehung passend geformter fester Körper unterwirft, um die er zum Rotiren gelangt, um schliesslich verdichtet oder gleichgerichtet oder beides von denselben ausgestrahlt zu werden. stroemung-zwei.htm#kapitel-01-19 ![]() Das ist das Princip meiner Erfindung. Die Apparate, durch welche ich die Verdichtung und Gleichrichtung des Aethers bewirke, nenne ich Aether-Strahlapparate. Dieselben können aus jedem beliebigen festen Materiale hergestellt werden, da jedes Material auf den Aether anziehend wirkt, doch ziehe ich Metalle vor, da diese am dauerhaftesten sind und am kräftigsten wirken, weil sie nämlich freie negative Aethertheilchen am zahlreichsten enthalten. Die Construction der Aether-Strahlapparate kann ungemein verschiedenartig sein. Die allgemeinen Grundsätze, nach denen die Aether-Strahlapparate construirt werden, gehen aus folgenden Betrachtungen hervor: 1. Ein gerader Draht wirkt auf die Aethertheilchen in der Weise anziehend, dass sie ihn in einer geschlossenen Curve umkreisen, wenn ihre Bahnrichtung senkrecht zum Drahte steht. Bildete die Bahnrichtung des geradlinig sich bewegenden Aethertheilchens einen Winkel mit dem Drahte, so wird es sich in einer Spirale um den Draht bewegen, die um so langgestreckter ist, je spitzer der Winkel der Bahnrichtung mit dem Drahte war. Je nach der Seite, von welcher die Aethertheilchen gegen den Draht sich bewegen und je nachdem sie über oder unter dem Drahte weggehen, hat die Spirale, in der sich die Aethertheilchen um den Draht, bewegen, entweder ein Linksgewinde oder ein Rechtsgewinde. Da eine Linie zwei Richtungen hat, so schieben sich die Aethertheilchen in vier Weisen durcheinander den Draht entlang: rechtsherum hin, linksherum hin; rechtsherum her, linksherum her. Wenn man daher die Aethertheilchen sehen könnte, so lange, als sie sich im Anziehungsbereiche des Drahtes befinden, so würde man sie als eine Wolke gewahren, die innen rasch, aussen langsam um den Draht wirbelte und wogte und an beiden Enden sich über den Draht hinaus fortsetzte, dabei allmählich sich ausbreitend und verlierend. Gegenstände in die Wolke am Drahte entlang oder vor die Drahtenden gebracht, werden von einer viel dichteren Aether-Atmosphäre umhüllt sein, als wenn der Draht nicht da wäre und, sofern der Aether auf Moleküle wirkt, diese Wirkungen entsprechend stärker erfahren. 2. Ist der Draht in sich zurücklaufend, geschlossen, so findet die Ausstrahlung des Aether-Wirbels, wie an den Enden eines Drahtes, nicht statt, sondern der Aether rotirt um den Draht in einer Spirale in vielfachen Umläufen. Da immer neue Aetherteilclien angezogen werden, so erhöht sich die Dichtigkeit der Aether-Wolke um den Draht, bis ein Gleichgewicht insofern erreicht wird, als ebensoviel Aethertheilchen in der Zeiteinheit durch gegenseitige Beschleunigung aus der Wolke abgeschleudert werden, wie neu in dieselbe eintreten. 3. Nimmt man statt eines einzelnen geraden Drahtes mehrere, die man in einer Ebene anordnet, z.B. parallel oder auf den Radien eines Kreises oder dergleichen; oder nimmt man ein Drahtbündel, das im Räume parallel zu einander oder als Radien einer Kugel, oder einen Kegel, bez. einen abgestumpften Kegel erfüllend und in ähnlicher Weise angeordnet ist, so hat man Aether-Strahlapparate, welche je nach der Anordnung eine Fläche, eine Linie oder einen Punkt mit Aethertheilchen bestrahlen. Je nach der Form, welche der zu bestrahlende Gegenstand hat, ist die passendste Anordnung der Drähte zu wählen und eine endlose Mannigfaltigkeit der Formen möglich. 4. Ebenso kann man anstatt eines in sich kreisförmig oder elliptisch u.s.w. zurücklaufenden Drahtes deren beliebig viele von gleichem Durchmesser oder von verschiedenem Durchmesser oder gleichzeitig beides anordnen und auf diese Weise wieder die mannigfachsten Zusammenstellungen erhalten. 5. Stellt man zwei Drähte einander parallel in einem Abstande, welcher kleiner ist, als der Durchmesser ihrer Wirkungssphäre auf Aethertheilchen, so werden die um jeden Draht strömenden Aetherwirbel sich zum Theil durchschneiden und es finden dann gegenseitige Bewegungsbeschleunigungen und Verlangsamungen statt, wodurch einzelne Aethertheilchen den Anziehungsbereich der Drähte in einer Senkrechten zu der Ebene, in der die Drähte liegen, verlassen. Dasselbe gilt für concentrische Drahtkreise. 6. Wickelt man einen Draht als Spirale um einen Cylinder oder einen Kegel, so wird ein Gegenstand, der in das Innere der Spirale gestellt wird, nicht nur von den die Drähte umfluthenden Aether-Wirbeln, so weit sie ihn erreichen, bespült, sondern auch von denjenigen Aethertheilchen geradlinig durchdrungen, welche von den Aetherwirbeln abgeschleudert werden, was, wie leicht einzusehen ist, häufiger nach dem Inneren der Spirale, als nach aussen geschehen wird und besonders häufig, wenn die Steigung der Spirale kleiner, als der Durchmesser der Wirkungssphäre des Drahtes ist. Man kann die Grundflächen des umwickelten Körpers ebenfalls spiralig bewickeln und so den zu bestrahlenden Gegenstand allseitig mit dem Strahlapparat umgeben. 7. Wickelt man einen Draht spiralförmig in einer Ebene, so werden die Aethertheilchen ebenfalls senkrecht zu der Wickelungsebene abgeschleudert. Nur wird der Strom der annähernd parallel den Strahlapparat verlassenden Aethertheilchen nach dem Mittelpunkte der Spirale zu dichter werden; eine Folge der nach innen stattfindenden Verengerung der Spiralgänge. 8. Aether-Strahlapparate, auf Grund der Betrachtungen in §§ 5 bis 7 construirt, geben die Aetherstrahlen besser gleichgerichtet, als wie die früher beschriebenen Anordnungen. Schaltet man zwischen die aus irgend einer der bis jetzt beschriebenen Anordnungen von Aether-Strahlapparaten, auch der im §§ 5 und 7 beschriebenen, ausgehenden Aetherstrahlen und den zu bestrahlenden Gegenstand ein Blech ein aus einem beliebigen Metalle — oder mehrere Lagen Blech von demselben oder von verschiedenen Metallen, so wirkt dieses Blech oder diese Bleche ebenfalls gleichrichtend auf die sie durchdringenden Aetherstrahlen. Ist der Strahlapparat schraubenförmig um einen Cylinder, einen Kegel oder dergleichen, (§ 6), gewickelt, so erhält das Blech die Form der umwickelten Körper und wird ebenfalls zwischen Strahlapparat und zu bestrahlenden Gegenstand angebracht. Es vermindert die Wirkung nicht, wenn Blech und Strahlapparat sich berühren. Zur Steigerung der Wirkung der Aether-Strahlapparate wende ich verschiedene Methoden an: 9. Ich verlängere thunlichst den Weg, welchen die Aether-Wirbel an den Drähten zurückzulegen haben, indem ich z.B. statt einfacher Drähte Kabel verwende; welche aus mehreren Drähten zusammengedreht sind, oder indem ich Drahtspiralen von möglichst geringem Durchmesser und geringer Neigung verwende. Sind grössere Gegenstände zu bestrahlen, so verlängere ich den Weg noch mehr, indem ich eine einfache Spirale wieder in eine Spirale von möglichst geringem Durchmesser und geringer Steigung wickle. Die Drahtspiralen können auch statt aus einfachen Drähten aus Drahtkabeln gedreht sein. Je länger der Weg der Aethertheilchen an dem oder den Drähten des Aether-Strahlapparates ist, desto dichter werden die Aetherwirbel oder desto mehr Aethertheilchen werden senkrecht zum Strahlapparat gleichgerichtet abgeschleudert. 10. Es ist nicht zweckmässig, Drähte oder Drahtsysteme in den Strahlapparaten geradlinig zu machen, ausser nach der Seite zu, die bestrahlt werden soll. Ein sehr zweckmässig angeordneter Strahlapparat besteht daher aus einer Drahtspirale, die in einer Ebene als Spirale gewickelt ist. Noch ist an einer solchen Anordnung aber der Mangel, dass der Strahlapparat aus einem, nicht unterbrochenen Drahte besteht. Die Zeit, in welcher die Aetherwirbel den Strahlapparat vom Anfang bis zum Ende des Drahtes durchströmen, steht in direktem Verhältniss zur Zahl der senkrecht zur Spiralebene abgeschleuderten Aethertheilchen. Um dieselbe möglichst gross zu machen und so die Wirkung des Strahlapparates zu vermehren, benutze ich gern folgende Anordnung. Ich unterbreche die Drahtspirale in bestimmten Zwischenräumen, d. h. ich nehme eine Kette, deren Glieder aus kurzen Spiralen bestehen und von denen je zwei benachbarte rechtwinkelig zu einander stehen. Mit Vorliebe gebe ich jedem Gliede genau drei Spiralumgänge. 11. Die Zahl der in der Zeiteinheit einem Aether-Strahlapparate zuströmenden Aetherteilchen, also auch die Zahl der ihn verdichtet oder gleichgerichtet verlassenden Aethertheilchen ist in jedem Falle eine constante Grösse. Soll diese Zahl ohne Vergrösserung des Aether-Strahlapparates vermehrt werden, so benutze ich Zufuhrapparate. Diese construire ich aus Drähten oder Drahtspiralen in der Art der Aether-Strahlapparate, nur gebe ich den Drähten oder Drahtspiralen in den Zufuhrapparaten einen solchen Abstand von einander, dass sich die Wirkungssphären der Drähte in denselben nicht oder wenig durchschneiden. Gewöhnlich wickele ich Drähte oder Drahtspiralen als Spirale in einer Ebene und führe den Draht aus dem inneren Ende der Spirale nach dem mit Aethertheilchen zu speisenden Aether-Strahlapparate. Der Draht des Zufuhrapparates wird irgendwo mit dem Draht des Strahlapparates verbunden. Solcher Zufuhrapparate können beliebig viele mit einem Strahlapparate verbunden werden. Ihre Verwendung ist besonders dann angezeigt, wenn frisch in den Sonnenstrahlen anlangende Aethertheilchen einen in diffusem Lichte, etwa in einem Zimmer stehenden Aether-Strahlapparate zugeführt werden sollen. 12. Das kräftigste Hilfsmittel zur Verstärkung der Wirkungen der Strahlapparate ist die Elektrizität. Nach Wilhelm Weber ist Elektrizität die Scheidung der positiven Aethertheilchen von den negativen unter Zerfall der Moleküle, welche sie bildeten und getrennte Ansammlung der Aethertheilchen mit verschiedenem Vorzeichen. Im elektrischen Strome fliessen die positiven und negativen Aethertheilchen in entgegengesetzter Richtung zur Stromschliessungsstelle, um sich da wieder zu vereinigen, wobei die durch die Verdichtung der Aethertheilchen zu Molekülen frei werdenden Kräfte bekanntlich als Licht, Wärme, Massenbewegung oder chemische Wirkung sich äussern. Ist der Strom dauernd geschlossen, so tritt nur Wärme im Leitungsdraht auf. Die Vereinigung der positiven und negativen Aethertheilchen geschieht nicht momentan und nicht an einer einzigen, kleinen Stelle des Schliessungsdrahtes, sondern in der ganzen Länge desselben und erfordert eine gewisse Zeit. Lasse ich also einen elektrischen Strom durch einen Strahlapparat gehen, so vermehre ich in demselben die freien negativen Aethertheilchen ungemein und zwar im direkten Verhältniss zur Stromstärke. Nach den früheren Betrachtungen folgt aber dann ohne Weiteres, dass auch der Radius der Anziehungssphäre und die Dichte der Aether-Wirbel um den Draht, sowie die Zahl der gleichgerichtet abgeschleuderten Aethertheilchen entsprechend vermehrt werden muss, d. h. Elektrische Ströme, welche durch die Aether-Strahlapparate gehen, vermehren deren Wirkung. Zur gleichmässigen Vertheilung der Elektrizität im Strahlapparate lasse ich den positiven und negativen Strom an entgegengesetzten Ecken des Strahlapparates oder, wenn derselbe aus einem fortlaufenden Stück Draht, Spirale oder Kette besteht, am Anfange und am Ende dieses Stückes eintreten und zwar zweckmässig in der Weise, dass der negative Strom auf der Seite des Strahlapparates eintritt, auf welcher der zu bestrahlende Gegenstand sich befindet. Ist zwischen den zu bestrahlenden Gegenstand und dem Strahlapparate eine Blechscheibe oder mehrere Blechscheiben nach § 8 eingeschaltet, so verbinde ich zweckmässig die äusserste Blechscheibe mit dem negativen Strome auf der einen Seite, auf der anderen Seite mit der nächsten Scheibe und so fort und die innerste Scheibe mit dem Strahlapparat. Es ist vortheilhaft, diese Verbindungsdrähte spiralförmig in mehreren Windungen anzuordnen, so dass der Durchmesser der Spiralgänge dem Durchmesser der Blechscheiben bez. des Strahlapparates gleich ist. Der positive Strom wird dann an der dem zu bestrahlenden Gegenstande entgegengesetzten Seite des Strahlapparates befestigt. Ordnet man die Pole an den Strahlapparaten umgekehrt an, so erzielt man Wirkungen, die sich in mancher Beziehung von denen der gewöhnlich von mir angewandten Anordnung unterscheiden. 13. Man kann einen Gegenstand, auf den die Aethertheilchen besonders kräftig wirken sollen, nicht nur der Bestrahlung eines, sondern auch mehrerer Strahlapparate aussetzen. Diese werden dann nebeneinander radial gegen den zu bestrahlenden Gegenstand oder auch hintereinander aufgestellt, wobei in Bezug auf gegenseitigen Abstand und Zahl der Strahlapparate keine Grenze gesteckt ist. 14. Will man hinter einander aufgestellte Strahlapparate durch den elektrischen Strom verstärken, so kann das in der früher beschriebenen Weise geschehen, indem man jeden Strahlapparat mit einem positiven und negativen Strome versieht. Man kann aber die Strahlapparate auch paarweise in der Art gruppiren, dass man den einen mit dem negativen, den anderen mit dem positiven Strome verbindet, wobei man zweckmässig wie früher den vorderen Strahlapparat, der also dem zu bestrahlenden Gegenstande am nächsten steht, dem negativen Strome, den hinteren dem positiven Strome anschliesst. Obgleich dann kein Stromschluss nach den heutigen Ansichten der Wissenschaft stattfindet, so ist er thatsächlich doch da. Der Strom wird verbraucht und die Wirkung der Strahlapparate verstärkt. Wechselt man den Abstand der Strahlapparate bei gleichbleibender Stromstärke, so wird die Wirkung der Aethertheilchen nicht nur dem Grade, sondern auch der Art nach verändert. 15. Die in den vorstehenden Paragraphen beschriebenen Kabel, Drahtspiralen und Spiralketten, auch die Strahlapparate, sofern sie als Spiralen in der Ebene oder dem Räume construirt sind, können als Rechtsgewinde oder als Linksgewinde gearbeitet werden. Es ist durchaus nicht gleichgültig, welches Gewinde man wählt und je nach dem Zwecke, welchen man mit einem Strahlapparate erreichen will, wird man ihn als Rechtsgewinde oder als Linksgewinde oder theils als das eine, theils als das andere construiren, wenn er selbst eine Spirale ist. Ebenso nimmt man bald rechts gewundene, bald links gewundene Kabel, Drahtspiralen und Spiralketten, bald auch von beiden Arten. Ich habe es vortheilhaft gefunden, zu gewissen Zwecken Strahlapparate als doppelte Spiralen zu construiren; dabei nehme ich gern die dem zu bestrahlenden Gegenstande zugewandte Spirale als Linksgewinde, die andere als Rechtsgewinde; die die Spirale bildenden Kabel, Drahtspiralen oder Spiralketten nehme ich in solchem Falle gern mit demselben Gewinde, das die Spirale selbst hat. Doch sind auch andere Combinationen wirksam und eine Unzahl von solchen ist möglich 16. In den vorstehenden Paragraphen habe ich immer nur von Drähten, in der verschiedensten Form verarbeitet als zur Herstellung von Strahlapparaten verwendbar gesprochen. Ich beschränke mich aber beim Bau der Strahlapparate auf Drähte nicht, sondern benutze die Metalle in jeder beliebigen Form, z.B. in jeder Art kantig ausgezogen, Bleche im Ganzen oder beliebig ausgestanzt, Blechstreifen, flach oder gedreht, mit einander verflochten, Niederschläge von Metallen aus Lösungen auf Papier, Holz oder andere Träger, die gleichmässig oder in regelmässigen Streifen im Träger abgelagert sind; Blechscheibchen, durch Drähte verbunden u.s.w. u.s.w.; schliesslich auch massive Gefässe aus Metallen, in welchen sich die zu bestrahlenden Gegenstände befinden. Letztere wirken allerdings nur in technisch verwerthbarer Weise, wenn gleichzeitig ein elektrischer Strom in sie hineingeleitet wird; wenigstens brauchen sie ohne denselben Wochen und Monate, ehe eine Wirkung bemerkbar wird. Auch combinire ich dieselben Metalle in den verschiedensten Formen zu Strahlapparaten, ebenso mehrere Metalle in gleichen oder verschiedenen Formen. 17. Es ist nicht gleichgültig, welche Metalle man beim Bau der Strahlapparate verwendet. Sie übertragen zwar alle lebendige Kraft in die bestrahlten Gegenstände; jedes Metall giebt aber den von ihm im Strahlapparate verdichteten oder gleichgerichteten Aethertheilchen eine specifische Wirkung mit, welche sehr merkbar ist. So rathe ich z.B. ab, Strahlapparate für irgend welche Zwecke aus Blei herzustellen, dagegen ist Gold für alle Zwecke gut verwendbar. Kupfer, Eisen, Zinn, Nickel, Silber, Gold, Zink oder Legirungen davon oder Drähte aus dem einen Metall mit einem Ueberzug aus einem andern Metall versehen, verwende ich vorzugsweise. 18. Es ist ferner nicht gleichgültig, welchen Ursprungs die Elektrizität ist, welcher man sich zur Erregung der Strahlapparate bedient. So wirkt ein Strahlapparat, der mit aus einem Dynamo stammender Elektrizität erregt wird, auf die Dauer anders, als ein anderer, bei dem man ein Chromsäure- oder ein Kupfervitriol-Element verwendet. Ich finde, dass Elemente mit Kohle-Polen im Allgemeinen am günstigsten wirken, und ziehe daher solche anderen für die Erregung von Strahlapparaten vor. Auch Elemente mit Gold- oder Silberplatten verwende ich sehr gern wegen ihrer milden und angenehmen Wirkung. 19. Um die schädlichen Nebenwirkungen elektrischer Ströme abzuschwächen, lasse ich die Drähte, ehe sie mit den Strahlapparaten verbunden sind, durch Wasser gehen, welches von Zeit zu Zeit erneuert werden muss. Auf diese Weise wird die Wirkung der Strahlapparate reiner, wahrscheinlich, weil vom elektrischen Strome in sehr geringer Menge aus den Elementen mitgerissene Substanzen sich im Wasser abscheiden. 20. Ich habe gefunden, dass das Wetter wesentlich die Strahlapparate beeinflusst. Namentlich ist Nebel oder Russ oder Staub in der Luft schädlich, ebenfalls schädlich ist Regen und bewölkter Himmel. Am günstigsten wirken die Strahlapparate bei hellem, klaren Wetter und Windstille oder gewissen Windrichtungen, die von lokalen Verhältnissen bestimmt werden. Ein Einfluss der Temperatur scheint weniger vorhanden zu sein, eher wirken die Strahlapparate aber bei kaltem Wetter besser. Das Wetter beeinflusst die Wirkungen der Strahlapparate so sehr, dass ich die Strahlapparate zur Erzielung gewisser Zwecke nur bei passendem Wetter verwenden kann. 21. Die Strahlapparate lassen sich überall da vortheilhaft verwenden, wo Lebensprozesse stattfinden. Doch muss der Begriff „Leben" weiter gefasst werden, um den Wirkungsbereich der Strahlapparate zu decken, als es gewöhnlich geschieht. Die Strahlapparate wirken nicht nur günstig auf lebende Pflanzen, Thiere und Menschen, indem sie das Wachsthum derselben beschleunigen, Krankheiten heilen, die Gesundheit fördern und daher verschönern und verjüngen, zu grossen Kraftausgaben befähigen oder geschehene rasch ersetzen, sondern sie beschleunigen auch die Krystallisation und befördern auch jene eigenthümlichen Lebensprocesse, welche in organisirten Stoffen stattfinden, nachdem sie von den Lebewesen abgetrennt sind, welche sie erzeugten, z.B. das Reifen des Obstes, das Altwerden alkoholischer Getränke, das Reifen des Tabaks u.s.w. Sie befördern ferner in gewissem Grade die Haltbarkeit von alkoholischen Getränken und machen den Geschmack aller Stoffe intensiver und angenehmer. |
Unbeabsichtigt wurde er "Opfer" eines Blindtests: Der Autor hielt einen Neodym-Magnet in der Hand, dieser war nach oben gerichtet. A. S. sollte seine Beobachtungen beschreiben, wenn man den Magneten so ausrichtet, daß der "Strahl" durch eine Fresnellinse (aus einem Overheadprojektor) geht. Beim Durchdringen des "Strahls" durch die waagerecht gehaltene Linse gab es je nach Richtung der Durchstrahlung nach seiner Schilderung unterschiedliche Veränderungen am Strahl.Um herauszufinden, was sich hinter dem physikalischen Begriff "elektrischer Strom" verbirgt, haben wir mit A.S. einige Experimente durchgeführt. Dabei sind überraschend viele neue Erfahrungen aufgetreten, die als neuartig einzustufen sind.
Während der Diskussion über seine Beobachtung hielt der Autor unbeabsichtigt die Linse etwa 45 Grad geneigt, so daß der an dem Plexiglas "reflektierte Strahl" auf seinen Körper zeigte. Danach sprang A.S. spontan zur Seite und ergriff die Flucht.
Ergebnis: Plexiglas reflektiert die Strahlung und A.S. ist geeignet, dies spontan d.h. ohne Ankündigung zu beobachten.
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aus bbewegte-materie.htm#03-03-08 |
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aus bbewegte-materie.htm#03-03-08 |
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aus subtile-verbindung-zwei.htm#kapitel-06-01 |
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aus subtile-verbindung-zwei.htm#kapitel-06-01 |
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| §. 1734. Angesichts dieser vielfach wohlbegründeten Erfahrungen nun frage ich, wie man es noch unsern gemeinen Leuten verdenken will, wenn sie an Gespenster glauben? Sie haben sie ja gesehen, und was man gesehen hat, disputirt kein Doktor hinweg. Freilich sieht nicht Jedermann Geister, sondern nur die Auserwählten; nun das ist es ja; die Auserwählten sind die Sensitiven, und sie waren es, so lange Lebendige auf dem Erdboden athmen. Hat man je von rothen Gespenstern gehört, von grünen, von blauen? Niemals; aber auch niemals haben meine Sensitiven einen Menschen im Totalanblick anders als weiß gesehen, wie Schneemänner, oder in Watte gewickelt, oder mit Mehl bestreut, oder wie weiße Niesen und steinerne Ritter; alle Gespenster erscheinen weiß und alle meine Sensitiven sehen mich und sich untereinander weiß. Die Gespenster stehen im Rufe, unförmlich und meist riesengroß zu seyn: nun so finden mich und meinesgleichen die Odsichtigen im Finstern. Wenn ein Sensitiver auf dem Wege zufällig in die Finsterniß geräth, welche Gestalten mögen ihm begegnen, welche Ungethüme mag seine geschreckte Einbildungskraft erst daraus schaffen? Freilich haben von allen denen, die ich in die Dunkelkammer brachte, nur etwa zwei und auch diese nur wenig davon gewußt, welche Sehfähigkeiten sie im Finstern besigen und waren alle nicht wenig über sich selbst erstaunt, Dinge und Erscheinungen zu sehen, von denen sie gar keine Ahnung hatten. Aber gerade um so grauenhafter muß es einen einzelnen solcher Sensitiven ergreifen, wenn er dann zufällig einmal in die Lage kommt, weißleuchtende Wesen zu erblicken, die lebendig in der Nacht umhergeistern. Die Mythe von Gespenstern und Geistern hat offenbar in diesen odischen Lichtemanationen der ganzen menschlichen Gestalt ihre berechtigte Begründung und ihre natürliche und unausbleibliche Entstehung. Die Erscheinungen von lichten Geistern sind nicht erdichtet, sondern sie sind in der Wirklichkeit für das dazu vorbereitete sensitive Auge vorhanden; sie sind nur mißverstanden und falsch ausgedeutet, oftmals auch von Schrecken vergrößert und verunstaltet. Durch die gegenwärtige Untersuchung hoffe ich sie auf ihre natürliche Grundlage und auf ihr rechtes Maß zurückzuführen. All die vielen Sagen, die es von Geistern und Gespenstern gibt und die oft von glaubwürdigen Personen aus eigener Erfahrung mit großer Zuversicht erzählt werden, weil irgend eine wahrhafte Thatsache ihnen zu Grunde liegt, werden bei genauer Untersuchung auf Lichtbeobachtungen <<53>> sensitiver Personen zurückzuführen seyn. So lange man nicht wußte, daß es ein Odlicht gibt; so lange man nicht kannte, daß Menschen vom ganzen Leibe, vom Kopfe bis zur Zehe Licht ausströmen; so lange es unbekannt war, daß die Kraft, dieß zu sehen, nur gewissen Menschen zukömmt, und so lange man nicht herausgefunden hatte, daß dieses Sehen nur unter der Bedingung einer längern Vorbereitung des Auges im Finstern möglich ist: so lange freilich waren die Menschen nicht im Stande, in diesen Dingen Wahrheit und Täuschung von einander zu unterscheiden; was der Eine sah, sah der Andere nicht, und was er heute sah, sah er morgen nicht wieder. Jetzt ist der Schleier endlich gelüftet, die Wahrheit vom Irrthume geschieden, die Erscheinungen können willkürlich hervorgebracht und beherrscht werden und wir wissen jetzt klar und bestimmt, was und wieviel wir von Geistern und Gespenstern zu halten haben. Wenn dieß der einzige Gewinn wäre, der aus meinen Untersuchungen hervorgeht, so würde ich mich schon dadurch allein für reichlich belohnt erachten. §. 1735. Von einer anderen Seite lassen sich aus diesen Dingen einige Folgerungen für unsere deutsche Mythologie ziehen. Sie zeigen, daß unsere Gespenstermährchen, wie sie unter unserem Volke umlaufen, nicht alle und überall, wie man geglaubt hat, Ueberbleibsel und Ueberlieferungen aus den Religionsvorstellungen früherer Zeiten, aus dem germanischen Götzendienste sind, daß sie nicht aus Volkssagen herrühren, sondern daß sie unmittelbar aus der Natur, und aus den täglichen Beobachtungen der alten und neuen Zeit, daß sie aus wirklichen Sinnen- Anschauungen geschöpft sind. Ich werde bei den Lichterscheinungen über den Gräbern nochmals hierauf zurückkommen. |
| Reichenbach, der sensitive Mensch, zweiter Band |
| §. 1740. Viele davon sahen nicht bloß den Kopf in blasser weißlicher Odgluth, sondern sie sahen ringsherum einen leuchtenden Schein von dem Kopfe ausgehen. Frl. Zinkel(54. 192, 796, 989) sagte mir die Erste (April 1846) mein Kopf habe einen Heiligenschein; besonders beobachtete sie dieß immer dann am auffallendsten, wenn ich mich gebückt hatte und mich wieder aufrichtete, oder wenn ich gelegen war und wieder aufstand. Sie schlief mit einem andern Frauenzimmer in demselben Zimmer, und so oft sie in dunkler Nacht erwachte, sah sie (868) den Kopf von jener von einem Lichtscheine, wie von einer Strahlenkrone umfangen. Die lichten Emanationen, welche vom Kopfe aufstiegen, fand sie so stark, daß sie sie durch sanftes Hineinblasen über meinem Scheitel hinweg zerflackern und sie hin und herwehen konnte (1049). - Frl. Ernestine Anschütz, Frl. von Weigelsberg und Hr. Dr. Goldberg (19) sahen mein Gesicht anfangs nicht, es war schwarz wie ein Schattenriß, aber dadurch kenntlich, daß es mit einem leuchtenden Schein, wie mit einem Heiligenscheine rings umgeben war. Letzterer sah auch den Kopf des zufällig <<55>> in der Dunkelkammer anwesenden Hrn. Delhez in diesem lichtumkränzten Zustande. Frl. Beyer (165) sah mich unzähligemal in der Lichthülle und Frl. Reichel scherzte über mein heiliges Aussehen, so oft wir in der Dunkelkammer waren. Frl. Poppe (33) fand meinen Kopf mit einem ganz regelmäßigen und vollständigen Heiligenscheine umfangen. Diese Beobachtung kam mir noch unzähligemal von andern Sensitiven vor. - So stoßen wir auch hier auf den Ursprung religiöser Ueberlieferungen. Der Heiligenschein ist nicht bloß aus der Phantasie religiöser Schwärmerei geschöpft, - er ist in der Wirklichkeit vorhanden, jeder Mensch trägt ihn beständig mit sich herum; er ist nur zu fein, um dem gewöhnlichen Auge sichtbar zu werden. Die Sensitiven in der Vorzeit haben ihn längst gesehen und gekannt. Aber unbekannt mit seiner physischen Natur haben sie ihn für etwas Außerordentliches, für etwas Uebermenschliches und Heiliges gehalten und haben ihn denen beigemessen, die sie göttlich verehrten. Daß er aber oft genug beobachtet worden, beweist schon der Umstand, daß sie ihn nicht der Gottheit allein, sondern noch vielen andern, ihren höhern Priestern und allen denen beilegten, denen sie größere Ergebenheit oder sonst engelgleiche Tugenden beimaßen. Der Heiligenschein ist somit von nun an eine Naturerscheinung, in der Physik und in der Physiologie fest begründet, jedem einigermaßen sensitiven Auge nach längerem Verweilen in der Finsterniß ganz gut sichtbar. |
| Reichenbach, der sensitive Mensch, zweiter Band |
| §.1747 Hieraus lassen sich einige ganz artige Schlüsse ableiten: das Auge an sich leuchtet durchaus nicht besonders; wenn gar keine Aufregung da ist, so leuchtet die Pupille sogar noch weniger als der Augapfel und das Augenweiß. So wie aber irgend eine physische oder geistige Bewegung auf das Ange wirkt, so wird es mehr oder weniger leuchtend. Andrang und Abfluß des Blutes gegen den Kopf, sowie er subjective Lichterscheinungen im Auge erzeugt, sogenanntes Feuer vor den Augen, beschleunigte Säftebewegung in den Capillargefäßen macht die Augen, namentlich die Pupille, sogleich odleuchtend, und alle solche innere Augenfeuer sind sonder Zweifel Odlicht, das jedermann, auch nichtsensitive, in ihren eigenen <<59>> Augen gewahr werden. Geistige Aufregung, Aufmerksamkeit bei Rede und Antwort, Aerger, Affekt wirkt Odlicht erzeugend, Od ausströmend auf die Augen und macht sie schwächer oder stärker leuchtend. |
| Reichenbach, der sensitive Mensch, zweiter Band |
| . 1793. Herr Gustav Anschütz (248) strickte seine linke Hand um den Vorderarm seiner Rechten und preßte ihn am Geäder so fest <<76>> zusammen, als er vermochte. Die auf solche Weise unterbundenen Blutadern schwellten sich in der rechten Hand stark an. Der Erfolg war, daß die Lichtausflüsse von seinen Fingern sogleich gänzlich aufhörten, dagegen die aufgelaufenen Adern sämmtlich dunkelroth leuchtend wurden. So oft er im Drucke nachließ, verschwand diese Blutleuchte wieder und an den Fingerspitzen traten die gewöhnlichen Odflammen wieder auf. Vielmalige Wiederholungen ergaben immer dasselbe Resultat. - Diese Versuche führte ich später mit Frl. Zinkel (991) durch, mit der folgenden Erweiterung. Ich saß neben ihr in der Dunkelkammer und richtete zur Probe meine rechten Fingerspitzen gegen ihre linken. Sie empfand sie angenehm kühl wie gewöhnlich. Dann umfing ich, wie Hr. Anschütz gethan, mein rechtes Geäder mit meiner linken Hand, erst nur lose. Die Sensitive, meine Hand wieder prüfend, erkannte sogleich Schwächung des angenehmen gewohnten Kühlegefühls aus meiner Rechten, es mengte sich Lauwidrigkeit darein, es fand folglich Zuladung von + Od von meiner Linken in die Rechte statt. Nun preßte ich, wie Herr Anschütz, meine Linke fest zu, so daß der Blutlauf in meiner Rechten gehemmt wurde und das Blut in ihren Venen anschwoll. Der Erfolg war, daß die Lichtausströmung aus meinen Fingerspitzen unverzüglich aufhörte und daß die Sensitive bei der Prüfung meine rechten Fingerspitzen gar nicht mehr odisch empfand, daß alle odische Gefühlseinwirkung mit dem Verschwinden der Lichtausströmung aus den Fingern aufhörte. Dieser Indifferenzzustand dauerte fort, so lange ich preßte und so lange dadurch die Lichtemanation aus den Fingerspitzen unterbrochen wurde; so wie ich aber nachließ, kehrten an ihnen die Lichtausströmungen zurück und die Gefühle von kühl und lau gemengt, so lange meine Linke am rechten Geäder liegen blieb; von reinem Kühl, sobald ich meine Linke ganz hinwegnahm. Diese Beobachtung wird für uns von großem Werthe, da sie uns einiger maßen die Fingerleuchten in unsere Gewalt liefert und den Weg zu neuen Forschungen öffnet. §. 1794. Die Pressung auf den Arm trifft hier nicht bloß die Blutgefässe, sondern auch verschiedene Aeste des nerv. radialis und ulnaris, und das Ergebniß kann also eine zusammengesetzte Wirkung seyn. Wie ich aber bald zeigen werde, bringt das Unterbinden von Nerven keine ähnliche Wirkung hervor, und der Erfolg dieser Versuche scheint also lediglich auf Rechnung der theilweisen Hemmung des Blutumlaufs geschrieben werden zu müssen. Hier müssen weitere Versuche zu sicherer Erkenntniß führen und jedem Faktor seinen Antheil am Produkte zumessen. Soviel erhellt aber für jetzt aus allem zusammen unzweifelhaft, daß das Blut an dem odischen Lichte, das der menschliche Leib emanirt, einen bestimmten Antheil hat; mit einem Worte, daß das Blut leuchtet, und daß Leuchtende innere Organe; Blut, Knochen. <<77>> sein Licht mäßig sensitiven Leuten durch die Gefäßwände, durch die Muskeln, durch die Fascien, durch die Fetthaut, durch die Lederhaut, durch die Epidermis hindurch sichtbar wird; daß also das innen sich befindende Blut von außen gesehen wird. |
| Reichenbach, der sensitive Mensch,
zweiter Band |
| § 1889. Mit derselben Frl. Beyer (207) führte ich einen Versuch von Odverladung auf Wasser durch. (Siehe Dynamide etc. §. 216-219.) In jede meiner Hände nahm ich ein Trinkglas, halb mit Brunnenwasser gefüllt, und hielt sie im Finstern der Sensitiven vor, die kaum unsichere Spuren davon zu gewahren vermochte, vom Wiederscheine meiner Hände herrührend. Ich behielt beide Gläser so einige Minuten. Während ihres Verlaufes sah sie das Wasser in beiden allmählig zum Vorschein kommen, in meiner Linken heller als in meiner Rechten. Sie erkannte das Glas und das Niveau der Flüssigkeit darin, die in feine weißliche Odgluth gerieth. Zuletzt gewahrte sie einen leuchtenden Rauch daraus emporsteigen, mehr als handhoch, aus dem Glase in meiner Linken röthlich, von dem in meiner Rechten blau. mit Od geladene Wasser also leuchtete und leuchtete in der Farbe des Poles, der auf dasselbe verladen worden. Sie kostete das Wasser (208) und fand es im Geschmacke den Polen entsprechend. -Derselbe Versuch, mit Hrn. Alois Zinkel (124) einige Jahre später wiederholt, lieferte dieselben Ergebnisse. §. 1890. Der Frl. Zinkel (852) brachte ich zwei Gläser Wasser in der Dunkelkammer; frisch wie ich sie ihr vorzeigte, sah sie nichts davon. Ich behielt sie in beiden Händen. Nach einer Minute erkannte sie schon das Wasser in meiner linken Hand, das in meiner rechten aber ward sie erst nach fünf Minuten Zeitverfluß ansichtig. Dieser Unterschied war mir, laut meines Tagebuchs damals räthselhaft und ich glaubte, die Sensitive habe sich geirrt. Der Gelehrte glaubt nun einmal an sein System, und wenn etwas darein nicht passen will, so glaubt er nicht, daß er sich irre, sondern die Thatsachen müssen sich irren! Und doch hatte ich mich mit meiner Note geirrt! ich saß nämlich mit meiner rechten Seite dicht neben der linken der Frl. Zinkel. Wir haben aber so eben beim Kapitel von den Menschensäulen gesehen, daß wenn zwei Leute dicht neben einander sich befinden, die beiden Mittelpole sich schwächen und ihre odische Kraft nach den beiden Außenpolen entweicht. So war es nun hier. Meine rechte Hand war odisch geschwächt, weil sie in der Mitte sich befand; meine linke war gestärkt, weil sie außen lag. Das Glas Wasser in meiner linken Hand war daher innerhalb einer einzigen Minute geladen und leuchtend geworden, während das in meiner rechten fünf Minuten brauchte, bis es zur Sichtbarkeit nachgekommen war. In dieser heiklichen Materie kann man nicht mißtrauisch genug gegen sich selbst und seine Auffassung der Fakten seyn. - Nach zehn Minuten sah die <<114>> Beobachterin das Wasser in meiner Linken in röthlichem, das in meiner Rechten in graublauem Scheine. Den überstehenden leeren Glasrand erkannte sie nicht für odglühend, sondern nur das Wasser, von dessen Leuchte sie das Glas etwas erhellt glaubte, soweit, daß sie es gewahren konnte. Zur Probe kostete sie nun beide Wasser und fand den Geschmack ihren Polaritäten entsprechend von links lauwidrig, von rechts wohlkühl. |
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zweiter Band |
| §. 1898. Aehnliche Verladungsfälle
mit Lichterscheinungen kamen mir in der Dunkelkammer
tausendweise vor; ich muß sie übergehen und kann nur
Einzelne zu Feststellung der Thatsache des
Verladungslichtes mittheilen. Nahm ich einen Metalldraht
in eine Hand, oder gab ich ihn der Frl. Zinkel (114,
115, 1317) in die ihrige, so wurde er alsbald
fingersdick leuchtend auf seiner ganzen Länge und
stieß am Ende ein rauchendes Lichtflämmchen aus. Der
Draht selbst, wenn er lange war, kam nicht in
Odgluth, war aber von einem leuchtenden Nebel
umhüllt. Das sahen Frau Kienesberger (287),
Friedrich Weidlich, Hr. Enter (110) und viele
andere. War er in die Linke genommen worden, so
waren Rauch und Flämmchen röthlich; in der Rechten
graublau. Frl. Beyer (215) bei höherer Sensitivität
sah die Drähte, die ich zwischen meine Finger gefaßt
hatte, nicht nur in Odrauch gehüllt, sondern in
Substanz odglühend werden, wenn ich sie kurze Weile
hielt; in meiner Linken gab er eine gelbrothe, in
meiner Rechten eine blaue Endflamme von sich, die
nicht dicker war, als der Draht selbst, aber in
einem fast armlangen dünnen Strome fortschoß. Hielt
ich den Draht horizontal, so war seine Richtung ein
Stück weit ebenso, dann aber krümmte sie sich im
Bogen nach oben; hielt ich den Draht vertikal nach
oben, so verlängerte sich der Lichtfaden und stieg
fast mannshoch auf. Das von meinen Fingern auf den
Draht verladene Od erlangte also unter der Bedingung
der Verschmälerung <<117>> in
seinem Lichtausdrucke eine sichtbare Lichtausdehnung
von einer ganzen Klafter. -Um einen leinenen Aermel
hatte ich liniendicken Kupferdraht sechzigmal
gewickelt und die Drahtreisen einzeln so
annähen lassen, daß keiner den andern berühren
konnte. So wie ich nun jemand einen solchen Aermel
auf den Arm schob, so war damit um diesen eine
Drahtspirale gewunden, wie um einen Elektromagnet.
Ich ließ Hrn. Dr. Heinrich Löw (135)
hineinschlüpfen, er sah im Finstern wenig davon. Nun
faßte ich die beiden Drahtenden mit meinen Händen,
das obere mit der Linken, das untere gleichzeitig
mit der Rechten. Jetzt sah er den Draht
hellleuchtend werden, und konnte die einzelnen Ringe
desselben jeden für sich unterscheiden. - Bei diesem
Versuche war seine Schwägerin, Frl. Poppe (88)
zugegen; stärker sensitiv als er, sah sie auch
dieselbe Lichtentwicklung deutlicher und stärker wie
er. Als ich dasselbe mit der noch höher sensitiven
Frau Cecilie Bauer (129) wiederholte, sah diese
ebenfalls von der Berührung mit meinen Fingern den
ganzen Draht bedeutend leuchtender werden; und um
jeden Zweifel zu entfernen, daß diese Leuchte von
der Verladung meiner Finger auf den Draht herrühre,
so bemerkte sie noch, daß von meiner rechten Hand
herauf der Draht blau, und von meiner linken herab
rothgelb leuchte. - Gab ich der Frl. Beyer (173),
Zinkel, Frau Cecilie Bauer (139) u. v. a. Glasstäbe,
Holzstäbe etc. in die Hände oder zeigte ich sie
ihnen in den meinigen, so war die Erscheinung der
Verladung mit Lichterzeugung überall dieselbe. |
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§. 2011. Wenn ich der Frl. Reichel (88) im Finstern einen Schweiggerschen Multiplikator zeigte, und einen Strom durchführte, so sah sie wohl die Nadel augenblicklich abgelenkt, so wie die Kette geschlossen war, aber lange nicht ebenso geschwind trat die Leuchte um den Galvanometerdraht ein, sondern erst nach einer kleinen Pause von etwa einer halben Minute. Ebenso wenn die Kette geöffnet wurde, verschwand die Flamme nicht gleichzeitig, sondern erst nach etwa 15 bis 20 Minuten, nachdem die Nadel schon lange in ihre Polarrichtung * zurückgekehrt war.
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§. 2012. Einen ungefähr armdicken hufförmigen Elektromagnet, mit einem schwanenkieldicken Kupferdraht einfach umwickelt, so daß man jede Wendung für sich betrachten konnte, setzte ich durch eine Voltasche Säule in Thätigkeit und führte Frau Kienesberger (291) im Finstern davor. Nicht augenblicklich beim Beginn des Stromes, aber nach einer halben Minute sah sie am Drahtwickel Odgluth herankommen. Sie konnte mit den Augen verfolgen, wie diese eine Drahtwindung um die andere ergriff und so den ganzen Draht erfaßte. Einige Sekunden nach dessen Vollendung kam ein leuchtender Nebel heran, der nun seinerseits auf gleiche Weise den Draht von einem Ende daumendick erfaßte, um alle seine Wendungen sichtlich herumlief, indem er eine um die andere einhüllte, bis er den ganzen Draht ergriffen hatte. Als dieß geschehen war, fing auf den Magnetpolen die Odflamme an aufzusteigen, erst klein und nieder, dann wachsend höher und zuletzt Regenbogenfarben entwickelnd. Als ich die Kette unterbrach, erblaßte zuerst die Iris und die Polflammen wurden grau, dauerten aber noch fast eine Minute lang fort, bis sie erloschen. Dann verschwand der leuchtende Nebel um den Drahtwickel; erst spät und langsam die Odgluth des Drahtes selbst. Die ganze Erscheinung bedurfte zu ihrer Bildung beiläufig eine volle Minute und zu ihrer Zerstörung über zwei, Minuten Zeit. Man sieht, der Vorgang stimmte, so verschieden auch sein Herkommen war, in der Ordnungsfolge und im Zeitverbrauch ganz mit dem überein, der durch Sonnenlicht am Draht hervorgebracht worden war.
Reichenbach, der sensitive Mensch, zweiter Band
* offenbar kein astatisches Gerät mit zwei sich kompensierenden Nadeln
astatischer Multiplikator mit Glasabdeckung, Ablesung der Nadelstellung über einen Lichtzeiger, und Spiegel am Torsionsfaden. (FB)
Abb. 02-02-01: ähnlich wie der Schweiggersches Multiplikator,
Astatisches Multiplikator
Der zu messende Strom fließt durch die Spule. Dessen Wirkung auf die Magnetnadel wird
vervielfacht (mulitpliziert) dadurch, daß er nicht nur eine Windung sondern viele Windungen durchläuft.
Es gibt zwei Magnetnadeln mit entgegengesetzter Polung, die eine oberhalb und die zweite innerhalb der Spule (dem Multiplikator). Sie hängen an einem Torsionsfaden. Ein durch die Spule fließender Strom läßt sich damit messen. Er lenkt überwiegend das innere Nadelsystem aus seiner Ruhelage ab. Das Magnetfeld der Erde wirkt auf beide Nadeln entgegengesetzt und hat bei dieser Anordnung keinen Einfluß auf die Anzeige.
vor 1870 (Sammlung der TU-Clausthal, Physik, FB) /Balck 2001/
Friedrich BALCK, Historische Geräte der Experimentellen Physik, Papierflieger Clausthal, 2001, ISBN 3-89720-466-5, 24 Seiten, 110 Farbbilder
DOI: 10.21268/20140612-234021 (http://dx.doi.org/10.21268/20140612-234021)
original Abbildung siehe Abb. 8 in
https://uvhw.de/files/3_uvHW_Leseproben/uvHW-087-1_AUSZUG.pdf
Abb. 02-02-02:
Induktionsmaschine nach Stöhrer Generator mit Handkurbel, Physik /Balck 2001/ (FB)
Abb. 02-02-02a: Gerät zur Induktion von H.W. Dove, 1842 (Dove)
aus reichenbach-berlin-professoren.htm#dove
Abb. 02-02: Gerät zur Induktion.
Handbetriebener Wechselspannungsgenerator. Als Verbraucher sind rechts eine Magnetspule und unten drei Handgriffe zu sehen, an denen man die Spannung abgreifen konnte.
aus: H.W. Dove, Untersuchungen im Gebiete der Inductionselektricität, königliche Akademie der Wissenschaften, Berlin, 1842,
Abb. 02-02-02b: aus reichenbach-berlin-professoren.htm#dove
Abb. 02-03: Ausschnitt. Unter dem U-förmigen Permanentmagnet wird ein Teller mit zwei Spulen in Drehung versetzt. Hierzu nutzt man die Handkurbel an der Holzscheibe links unten und den Treibriemen. Aus beiden Spulen kommt eine Wechselspannung heraus.
Mithilfe von Kommutatoren auf der Achse läßt sich bei jeder Umdrehung die Richtung des Stromes an den Ausgangsklemmen umkehren. An den Verbrauchern liegt dann eine pulsierende Gleichspannung. (Dove)
aus wbm-2016-teil01.pdf
aus wbm-2016-teil01.pdf
§ 2009
§. 2009. In der Nähe der Conductorkugel einer Elektrisirmaschine brachte ich einen mit Kugel endenden langen Kupferdraht, so daß die Drahtkugel in die Vertheilungssphäre des Conductors gerieth. Als ich zu elektrisiren anfing, sah Frl. Atzmannsdorfer (429) bald den Draht an dem seiner Kugel zugekehrten Ende odglühend werden und gewahrte wie eine Leuchte langsam am Drahte fortzog, bis sie an sein Ende gelangte und der ganze Draht nun in Odgluth stand. Als ich an dieß Ende noch einen Eisenstab anreihte, zog die Leuchte auch auf diesen langsam hinüber und an ihm fort. Hörte ich aus, die Elektrisirmaschine zu drehen, so zog sich die Leuchte wieder langsam gegen den Conductor zurück. Auch hier folgte der Odgluth die duftige Lichtumhüllung des Drahtes, die Endflamme etc.
Reichenbach, der sensitive Mensch, zweiter Band
Abb. 02-02-03: von links: Hochspannungsgerät Elektrometer mit Kugel, analoges Multimeter (FB)
Abb. 02-02-04: An der Kugel des Elektrometers ist der seidenumsponnene Kupferdrat angeklemmt. Die Spannung am Multimeter beträgt etwa 1500 V. (FB)
Abb. 02-02-05: Der Kupferdraht hängt mit dem linken Ende frei in der Luft (FB)
Abb. 02-02-06: Rechts vom Draht (in Richtung West) wird die Länge der Strukturelemente mit einem Zollstock bestimmt. Es gibt jeweils zwei Elemente:
rosa und grün: Spannung 0V, blau und grün bei rund 600 V (Digitalvoltmeter (FB)
Abb. 02-02-07: Längen der inneren und äußeren Strukturelemente bei unterschiedlichen Gleichspannungen am Draht. schwarz und blau: gemessene Längen,
grün: Verhältnis der äußeren zur inneren Länge : ungefähr Faktor 2 (FB)
Abb. 02-02-08: Glasstab 4 mm Durchmesser 1200 mm lang, das Ende mit der langen Struktur ist mit Farbe markiert, es zeigt nach Westen (FB)
Abb. 02-02-09: Der Stab liegt auf dem Teller des Elektrometers auf, über das rote Kabel ist der Teller mit der Hochspannungsquelle angeschlossen. (FB)
Abb. 02-02-10: Blick in Richtung Westen, dort liegt auch die Meßstrecke (FB)
Abb. 02-02-11: Glasstab und Zollstock berühren sich nicht (FB)
Abb. 02-02-12: die Struktur reicht fast zwei Meter weit.
Abb. 02-02-13: Mit Zunahme der Gleichspannung wachsen auch innere und äußere Struktur an
Maße von zweit unterschiedliche Aufbauten (FB)
Abb. 02-02-14: Deren Verhältnis ist ungefähr zwei. (graue Kurve, rechte Skala) (FB)
2.3 Fortleitung
§. 1903. Wenn ich etwa einen armlangen Kupferdraht in beide Hände nahm und dieß so, daß ich in jeder Hand ein Ende desselben hielt, so fand Frl. Zinkel, daß er entlang leuchtend wurde: die meiner Linken zugekehrte Seite war in einen rothgelben Nebel gehüllt, die meiner Rechten <<119>> zugewandte in einen blauen. Der Frl. Martha Leopolder (111) zeigte ich eine ungefähr 40 Fuß lange Kupferdrahtspirale vor, deren beide Ende ich mit beiden Händen erfaßte. Sie sah den Draht seiner ganzen Länge nach leuchtend werden; Farben konnte sie jedoch nicht unterscheiden. Der Frl. Beyer (175 ) gab ich einen Glasstab in die Rechte und faßte ihn am andern Ende mit meiner linken Hand. Sie sah ihn von ihrer Hand aus in blauer, von meiner in rothgelber feiner Odgluth, in der Mitte verliefen sich diese Farben in einander allmählig. Als ich unsere Hände wechselte, wechselten auch die Farben am Glase. Nahm ich dazu ihre und meine Linke, so wurde der Glasstab durchaus rothgelb.
§. 1953. Noch gehört hieher der Strich über einen in der Hand gehaltenen Stab, der nichts anderes ist, als ein anorganisches Verlängerungsstück der Hand. Die Versuche, die ich im Finstern machte, ergeben, soweit meine Auszeichnungen reichen, das Folgende. Der Frl. Zinkel (845) gab ich eine zwei Spannen lange, fingerdicke Glasröhre in die linke Hand. Sie sah sie nur kaum merklich erhellt; man muß annehmen, daß dieß Odladung von der Hand selbst ist. Nun strich ich darüber mit meinen rechten Fingern herab, und zwar von der Nähe ihrer Hand an bis über das Ende der Glasröhre hinaus; alsbald sah sie die Glasröhre vollkommen und bis zur Unsichtbarkeit finster werden. Aber dieß war nicht alles, auch ihre Hand und Finger wurden dunkel. - Nahm ich die umgekehrte Richtung und strich vom Ende des Glasstabes gegen ihre Hand hin, so trieb ich eine fast handlange Leuchte auf der Glasröhre vor meinen Fingern her und in ihre sie haltende Hand hinein, wovon ihre Hand heller wurde; aber auch meine streichenden Finger legten an Licht zu. Je mehr ich solche Rück- striche gegen ihre Hand hin machte, desto heller ward ihre Hand und meine Finger. Es war dieß die gesetzliche Folge der Annäherung ungleichnamiger Odpole. Sowie ich aber wieder einen Strich über die Glasröhre abwärts machte, verschwand sogleich wieder alle Leuchte vom Glasstab und beiden Händen. Gab ich ihr eine armlange Glasröhre in die Hand und strich darüber hinab, so nahm die Wirkung auf ihre Hand mit meiner Entfernung allmählig ab, so daß sie wieder Helle zu gewinnen anfing, als ich mit meinen streichenden Fingern gegen das Ende der Röhre gelangte. - Ein späterer Versuch mit Frl. Zinkel (997) ist ausführlicher. Es ergab dabei der Glasstab gestrichen:
in ihrer linken Hand abwärts mit meinen rechten Fingern Glasrohr und Hand dunkel blaugrau, " " " linken " " Beide und meine Hand dunkel rothgrau aufwärts mit meinen rechten Fingern Beide im Hinstriche rothblau
<<144>>aufwärts mit meinen linken Fingern Beide und meine Hand erloschen und finster in ihrer rechten Hand abwärts mit meinen rechten Fingern Alle Hände dunkelgrau, Glasröhre grau " " " linken " " Hände erloschen, Glasröhre dunkel aufwärts mit meinen rechten Fingern
Hände dunkelroth, Glasröhre grau " " " linken " " Hände rothblau, Glasröhre vorn roth, hinten dunkel
§. 2388. So war ich denn durch eine Reihe von Beobachtungen mit allen hohen Sensitiven, die ich in meine Dunkelkammer bekommen hatte, endlich da angelangt, wohin mich die Frl. Reichel (9) gleich beim ersten Anlasse zu dieser langen Reihe von Versuchen gestellt hatte, bei einer höchst auffallenden Art von eigenthümlicher voller Durchsichtigkeit der Metalle, wenigstens des Kupfers, Zinks, Eisens und Bleies. Diese Untersuchung muß eine lange Reihe weiterer Forschungen über andere Metalle und Verhältnisse nach sich ziehen, zu denen ich noch nicht Zeit zu gewinner <<370>> Durchsichtigkeit der Metalle. vermochte; hier habe ich nur vorerst den Grundversuch festzustellen, daß derjenige Körper, der uns als der undurchsichtigste von allen gilt, und dessen Undurchsichtigkeit als die wesentlichste seiner ihn charakterisirenden Beschaffenheiten gilt, das Metall, unter gewissen Umständen, das ist, in der Sensitivität, durchsichtig werden kann, so durchsichtig wie Glas. Die bekannte Erfahrung, daß sehr dünngeschlagene Metalle, wie Blattgold, selbst gewöhnlichen nichtsensitiven Augen durchscheinend werden, wenn man sie hinter den Sonnenstrahlen betrachtet, ist zwar eine Erscheinung, die sich in einiger Ferne hier anreihen läßt; allein zwischen einem so äußerst dünnen Blatte, wie Schaumgold und einem bei einer Linie dicken Eisenbleche ist ein himmelweiter Abstand. Ein weit näheres Analogon haben wir aber an der Elektricität, die, wie ich oben gezeigt habe, die aus Messingblech bestehenden Conduktorkugeln für Sensitive durchsichtig machte und werden sogleich bei den Versuchen über die Fortleitung des Sonnenlichtes an Drähten neue Beispiele von Metall- durchsichtigkeiten in sensitiven Augen bekommen; wir folgten ferner hier einer Reihe, wo die Niedersensitiven die vom Sonnenlichte beschienenen Bleche mir etwas erhellt, Mittelsensitive sie stufenweise heller, wie Horn, Hausenblase durchscheinend werden sahen; endlich auf dieser Stufenleiter bei den Hochsensitiven, unter dem Einflusse des odpositiven Mondscheins angekommen, gelangen wir zu Beobachtungen vollständiger Durchsichtigkeit. Eine solche Reihe trägt ihre Gewähr in sich selbst. Wie unfaßlich uns Physikern ein solches Vorkommen auch erscheinen mag, wir können den induktiven Beweis nicht ablehnen; es bleibt also nur, seine Consequenzen weiter zu verfolgen. - Das Folgende wird dem Gesagten noch zu mehrerer Feststellung dienen.
Reichenbach, der sensitive Mensch, zweiter Band
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aus stroemung.htm#kapitel-12 |
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| Abb.
02-02-03: reflektiertes und direktes Sonnenlicht |
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| im Schatten |
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| reflektiertes Sonnenlicht |
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| direktes Sonnenlicht |
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| mit einer Linse gebündelt |
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aus physik-neu-001.htm#01-02 |
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aus physik-neu-001.htm#01-02 |
§. 2. Die gesammte Menschheit, hier vom odischen Standpunkte ausgenommen, läßt sich theilen in zwei große Hälften: eine sensitive und eine nicht sensitive. So weit meine Nachforschungen in Deutschland und unter den benachbarten europäischen Völkern reichen, ist dieß überall ungefähr ebenso, und die Spuren, die sich an der Hand der Geschichte und Ethnographie durch Griechenland, die Levante, Indien, China bis in die Einöden von Sibirien verfolgen lassen, machen es mehr als wahrscheinlich, daß es nirgends unter den Menschen viel anders seyn wird, allenthalben finden sich mehr und minder sensitive Menschen mit nicht sensitiven untermengt. Das Größenverhältniß beider Hälften zu einander läßt sich zwar für jetzt nicht angeben; darf ich aber aus meinen Erfahrungen einen Schluß mir erlauben, so werden sie sich einander ziemlich die Waage halten; ich habe überall fast ebenso viele mehr oder minder Sensitive, als Nichtsensitive gesunden und so möchte es sich vielleicht durchgängig finden. Sie sind nicht schwer voneinander zu unterscheiden, jedermann kann sie leicht sondern, es gibt eine Menge der einfachsten Erkennungsmittel. Als eines der leichtesten , einfachsten und ohne irgend einen Versuch zu erlangendes habe ich die Lust und Unlust erkannt, welche vielen Menschen gewisse Farben verursachen. Es ist mit wenigen Worten zu erfahren, ob Jemand eine Abneigung gegen die gelbe Farbe hegt und daneben eine Vorliebe für die blaue. Alle diejenigen, welche diese eigenthümliche Neigung besitzen, habe ich nach meinen bisherigen Beobachtungen immer sensitiv gefunden, und dies; um so stärker, je lebhafter dieser Zug sich an ihnen aussprach. _ |
§. 1314. Ich erinnerte mich, oft in meinem Leben von den verschiedensten Leuten gehört zu haben, daß sie einen ausgesprochenen Abscheu gegen Alles hatten, was gelb war. Ich konnte dem niemals einigen Sinn abgewinnen; ein schönes reines Gelb war mir stets sehr angenehm; ich für meinen Theil empfand fast eine Art von Vorliebe für lichte Tinten in Gelb; es ist die lebendigste von allen Farben und stärkeres Gelb, wie Gold, wird von den Malern als Rahmen zu Gemälden den andern Farben vorgezogen und verträgt sich vortrefflich mit einer jeden. Was sollte also dieser fast systematische Abscheu gegen Gelb heißen, auf den man nicht eben selten in der Gesellschaft stößt? es schien mir nichts anderes, als eine Einbildung, wo nicht ein kleines übelgezogenes Vorurtheil zu Grunde zu liegen, und wenn jemand sagte, daß er Gelb nicht leiden möge, so sank meine Achtung für seine Wohlgezogenheit. §. 1315. Ich wollte der Frl. Nowotny einiges Vergnügen mit einer Kleinigkeit von Seidenstoff bereiten, und erkundigte mich nach den Farben, die ihr angenehm seyen. Blau , nur blau , und nichts anderes liebe sie, vernahm ich. Nun fiel nur bei, daß es Leute gebe, die eine so starke Abneigung gegen Gelb haben, Blau und Gelb aber als Complementärfarben, in einer physischen Beziehung zu einander stünden. Ich erkundigte mich sofort weiter, wie sich das Mädchen denn zu Gelb verhalte? ich vernahm, daß sie einen wahren Haß gegen alles hege, was nur irgend gelb sey. Die Frl. Nowotny kannte ich aber als ein sehr ruhiges, besonnenes, wohlgeerdnetes Mädchen ohne alle anstößige Eigenheiten. |
§. 1316. Ich faßte nun den Faden auf und fragte weiter nach bei Frau Kienesberger, Frau Jofephine Fenzl, Baronin von Natorp, Frl. Dorsers, Nather, Zinkel, den Herren Delhez, Hütter, Kotschy, Hochstetter — überall stieß ich auf die nämliche Erklärung: blau vor allem beliebt, gelb vor allem verhaßt. Einige schwankten zwischen gelb und roth; brandgelb war aber vorzugsweise der Gegenstand allgemeinen Abscheues. Wenn ich dann die Frage so stellte: zwischen zwei Zimmern gebe ich Euch die Wahl und ihr müßt gefangen sitzen Jahr und Tag in einem gelb oder in einem roth ausgemalten Zimmer, welches werdet Ihr wählen? dann war die Antwort immer: eher das rothe als das gelbe. Ich setzte meine Nachfragen weiter fort. Die Frauen Baronin von Augustin und von Tessedik, Frau von Bivenot, von Peichich, Frau Sylvia von Baradys, Fräulein Sophie Pauer, Glaser, dann zwei Herren aus den allerhöchsten Ständen, die ich zu nennen Bedenken trage, ferner die Herren Dr. Diesing, Elger, Vollmann, Professor Dr. Huß, Preiureich, Lollars, Prof. Ragskys, Superintendent Pauers, Dr. Mielichhofer, Kratochwilas, Fichtner, Prof. Rösner, Dr. Köller, Sturm, Dr. Eckard, Dr. Ried, Mauch, Dr. Pfretschner waren alle einstimmig im Lobe der blauen und im mehr oder minder großen Abscheu gegen die gelbe Farbe. Endlich schloß sich daran eine Gruppe mehr neuerlich geprüfter Sensitiver, namentlich die Grafen Ernst und Karl von Coronim, Hr. Eduard von Bivenot, Ritter von Perger, Professor Unger, Alexander Baumann, Ritter L. von Neuwall, von Siemianovski, der schweizerische Gesandte Hr. Steiger, Klein, Dr. Mannross, Ritter von Sidorowiez, von Offenheim, Hr. Ingenieurmajor Philippi, Dr. Tillich, Schuler, Med. Dr. Löw, Dr. Natterer, Prof. Schrötter, Enters, Weiner, Sartorius, Müller, Dr. Machold, Leopolder, Ranftl, Schiller, Dr. Fröhlich, Prof. Schabus, Czabek, die Frauen von Littrow, von Rivo, von Offenheim, Preinreich, Hek, Kowats, Müller, Heintl, Tschik und Ebermann, Frau von Neuwal, Freifräulein Caroline von Oberländer, Fräulein Poppe, Fräulein Armida und Josephine Geraldini, Karhan, Kath. Rupps, Schwarz, Caroline Ebermann, Frl. <<675>> von Unckhrechtsberg, Martha Leopolder, Reichel, Bernazke, Fleischer, Zinkel-Baier, — von 83 Sensitiven überall nur Eine Stimme der ganz entschiedenen Vorliebe für alles Blaue und eines ebenso laut aus gesprochenen Widerwillens gegen alles Gelbe. Viele andere habe ich nicht befragt. Hierin machen höhere und niedere Sensitive in solchem Einklange Chorus, daß es in der That ans Unbegreifliche gränzt, wie ein solches gemeinsames Band nicht längst als das Merkmal tieferen Zusammenhanges unter solchen Menschen wahrgenommen und herausgesunden worden seyn kennte. Es geht dieß in manchen Fällen so weit, daß gelbblühende Felder, z. B. Rapsfelder ein Gegenstand des Abscheues für Sensitive sind; feuchte, satte Wiesen in Thälern, an Flüssen hin gelegen, sind im Frühling öfters ganz hochgelb von tausenden blühenden Hahnenfußes Ranunculi acris; davon erzählten mir Frl. Zinkel, Bernazke, Zinkel-Baier Ritter von Sienlianovski, Herr von Offenheim Weiner, Klein, Frau von Littrow, Jos. Schwarz, Hr. Schiller, daß sie, wo sie in ihre Nähe gerathen, den Blick davon abwenden müssen. Erstere weiß dieß schon seit ihrer Kindheit; sie ging täglich zur Schule an einer solchen Wiese vorbei; wenn sie im Blühen war, und sie wagte es, den Blick darauf auch nur kurz weilen zu lassen, so wurde Brechreiz bei ihr rege und drohte ihr übel zu werden; ja von einem gelbreisen Getreidefelde muß sie den Blick abwenden. Herr Klein kam in ein Zimmer zu wohnen, das man ihm gelb ausgemalt hatte; er war nicht im Stande darin zu wohnen und mußte es sich blau übermalen lassen. — Frl. Karhan bekam ein schönes gelbes Trinkglas zu Geschenke, das sie dem Geber zuliebe in täglichem Gebrauche zu halten wünschte. Sie war aber nicht im Stande, dieß fortzusetzen, und zwar bloß darum, weil seine gelbe Farbe es ihr allzu unleidlich machte. — Ich hatte einmal die Frl. Zinkel bei mir im Wagen, als ich durch ein Dorf mit vielen weiß angestrichenen Häusern fuhr. In diesem Augenblicke ging die Sonne mit so gelbem Scheine hinter uns unter, daß die Häuser alle wie grellgelb bemalt aussahen. Der Anblick war schön und machte mir Vergnügen, meine Gefährtin aber sah ich die Hand vor die Augen halten. Der gelbe Schein hatte so stark aus sie gewirkt, daß sie sich in Gefahr fühlte, sich erbrechen zu müssen, und um dieß abzuwehren, verdeckte sie sich die Augen. — Ich habe auch die Frage umgekehrt und andere Personen, die ich über die mögliche Sensitivität ihres Naturelles nicht geradezu befragen mochte, auf das Gespräche des Geschmackes in Farben gelenkt; so wie ich dabei aus Vorliebe für Blau gerieth, stieß ich unmittelbar auf Abneigung gegen Gelb, Und wenn ich dieser Merkmale habhaft war, so war ich dann auch allemal gewiß, daß ich eine sensitive Person vor mir hatte. Die blaue Fahne ist das Feldzeichen der Sensitivität. Wenn ich ein Frauenzimmer sehe, die gelbe Bänder, gelbes Umhängtuch, gelbes Kleid trägt, so kann ich <<676>> gewiß seyn, daß es keine Sensitive ist; wenn ich aber einen blauen Hut, blaue Gewänder gewahre, wovon man in der Wahl Absichtlichkeit und Vorliebe erkennen kann, so ist hundert an Eines zu setzen, daß die Trägerin eine Sensitive ist. ____ |
§. 1322. Noch habe ich einen Versuch gemacht, die Wirkung farbiger Papiere in vollem Sonnenlichte zu prüfen. Der Frau Baronin von Augusti gab ich drei Röhren von Papier, aus einem gewöhnlichen Bogen gefärbten Papiers zusammengerollt und gebunden in die Hände, eine rothgelbe, eine grüne und eine blaue, und ließ sie eine nach der andern so in den Sonnenschein halten, daß die Hand selbst im Schatten blieb. Eine weiße Papierrolle war im Sonnenschein kühl geworden, wie ein Holz - oder Glasstab. Die rothe Rolle aber gab ihr lauwarm und so widrig, daß ihr beinahe übel dabei geworden wäre. Die Grüne fand sie nicht lau, erträglicher, aber mit einer eigenen unangenehmen Widrigkeit angethan. Die Blaue gewährte ihr Kühle und Erholung. — Einen zweiten Versuch ordnete ich mit Frl. Wilhelmine Glaser an. Sie fand die rothe Rolle im Sonnenscheine Wärme geben, mit Gruseln den Arm hinauf. Gelb erschien ihr nur laulich, grün kühlig, blau kalt und angenehm. — Frl. Zinkel gab ich mehr solche Papierrollen in die Hand; sie erzeugten ihr im Sonnenschein, in der linken Hand: Roth . . . . warm, Brandgelb . . lau, Gelb .... laulich, Grün .... peinlich widrige Empfindungen, Himmelblau . . kühlig, behaglich, Dunkelblau . . kühl, Mittelblau . . kühl, sehr angenehm, Veilblan . . . schwächer kühl und minder angenehm. Diese Ordnung der Gefühle vom gefärbten Papiere war demnach nicht merklich anders, als die vom Spectrum. <<678>> §. 1323 Einen Bogen blauen Papiers breitete ich der Frau von Rivo, Hrn. Leopolder und seiner Tochter Martha im Schatten meines Arbeitszimmers aus, und ließ es sie abwechslungsweise bald mit dem linken, bald mit dem rechten Auge betrachten, während das andere jedesmal geschlossen wurde. Alle waren verwundert zu gewahren, daß der Anblick verschieden auf ihre Augen wirkte, daß er angenehm war im linken Ange, unangenehm aber im rechten. Nun that ich dasselbe mit einem oraniengelben Bogen. Ietzt war das Ergebniß umgekehrt: der Anblick war unangenehm im linken Ange, angenehm im rechten. In allen diesen Fällen fühlten die Sensitiven noch, daß der angenehme Anblick im Ange zugleich klar und rein, der unangenehme trüb und undeutlich war. Diese Beobachtung ließ ich wiederholen von Frau Heintl, von Littrow, von Hauer, zwei Schwestern Fräulein von Unckhrechtsberg, Zinkel, Hrn. Alexander Baumann, Grafen Karl von Coronini, Ritter von Siemianovski, Klein, Richard Schule, Alois Zinkel, immer mit demselben Erfolge. — Bei Frl. Beyer war die Wirkung so stark, daß sie den Anblick der gleichnamigen Farbe gar nicht auszuhalten vermochte, indem ihr das Auge darüber verging und sie bald das Papier gar nicht mehr sah. |
§. 1324. Noch mehr: — Hr. Klein theilte mir mit, daß er Kleiderstoffe von gewissen Farben, namentlich gelbroth gestreifte, nicht vertragen könne. Es vergehen ihm die Augen darüber, alles werde unklar und es daure dieß nicht einige Minuten, so sey er schon von heftigem Kopfweh er griffen. Ein derartiges Bettzeug habe er unverweilt weggeben müssen. Diese Sonderbarkeit begreift sich, wenn man Frl. Zinkel hört. Bei ihr findet dieselbe Erscheinung statt, aber sie ist sich darüber klarer geworden. Wenn sie in ein Kaufmannsgewölbe geht, um Kleiderstoffe oder Meubelzeuge einzukaufen, und es werden ihr gelbe oder rothe Zeuge rechts und links vor gelegt, so wird es ihr peinlich, diese zu beiden Seiten vor sich sehen zu sollen; sie ergreift sie, um sich von der Widrigkeit frei zu machen und legt sie beide auf ihre rechte Seite, dann liegen sie ihr recht und der unangenehme Einfluß ist behoben. — Einmal befand sie sich in einem Gasthause am Tische zwischen zwei Gläsern rothen Weins. Dieß wirkte so unangenehm auf sie, daß sie sich nothgedrungen fühlte, das zu ihrer Linken stehende zu dem rechtsstehenden zu schieben. Es ist klar, die rothe und gelbe Farbe wirken odpositiv auf das sensitive Empfindungsvermögen ein, und werden dadurch auf der odpositiven linken Seite, als gleichnamig reagirend, unangenehm; es treibt die Sensitive instinctartig , sich zu helfen dadurch, daß sie die farbigen Stoffe auf ihre rechte, ihnen ungleichnamige Seite schiebt, wo sie zuträglich auf sie wirken. — Dieß ist ohne Zweifel eine von den feinsten sensitiven Erfahrungen. <<679>> Diese Versuche liegen in der Mitte zwischen den Ergebnissen des Spectrums und zwischen den Wirkungen der Farben überhaupt auf Sensitive und dienen beiden zur Bestätigung und zum besseren Verständniß. Man ersieht aber aus ihnen, daß bei Beurtheilung der odischen Natur und Einwirkung verschiedener Stoffe auf den Menschen die Farbe bedeutend miteinwirkt, und daß folglich ihr überall Rechnung getragen werden muß. §. 1325. Schließlich läßt sich dieß so zusammenfassen: — Die Farben sind überhaupt ein odischer Gegenstand. Sie wirken auf das sensitive Gefühl; und dieß nicht bloß im Spectrum als direktes Licht, sondern überhaupt im reflektirten Sonnenscheine, ja sogar im zerstreuten Lichte. Ihre Wirkungsweise ist qualitativ mit der im Spectrum des Sonnenlichts einerlei, quantitativ aber davon verschieden und geringer. Die blaue Hälfte des Farbenbildes wirkt odnegativ, die gelbe Hälfte odpositiv. Ueberall, wo odische Gefühlswirkungen in Betracht kommen, muß die Farbe der sie erzeugenden Stoffe berücksichtigt und in Rechnung gestellt werden. |
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Fotokarton, Ausdehnung der Struktur
nach links (Ost) und rechts (West) aus farben.htm#kapitel-02 |
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Ausdehnung der Strukturen bei
unterschiedlichen Farben, schwarz hat die geringste
Längeaus farben.htm#kapitel-02 |
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Bestimmung der Ausdehnung in
frontaler Richtung (Kamera zeigt nach Osten)aus farben.htm#kapitel-02 |
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Ausdehnung in frontaler
Richtung, gelb und weiss haben die größten
Längen. Schwarz die geringste.aus farben.htm#kapitel-02 |
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aus augenstrahl.htm#kapitel-02-02 |
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Faraday, Erste Serie, Experimental Researches in Electricity Phil. Trans. R. Soc. Lond. January 1, 1832 122 125-162; |
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| Annalen der
Physik J.C. Poggendorf |
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Faraday, erste Serie Annalen der Physik |
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| Abb. 03-02-02-03:
27.4.2016 Nach Entfernen des Käfigs auf der linken Seite beträgt nun der kleinste Abstand 30 mm. Die Aluminium-Linse ist auf ein T-förmiges Lochblech geklebt. Die Breite der Schenkel beträgt 45 mm. Der rechte Rand des Lochblechs liegt in der Ebene der planen Seite der Linse. (FB) |
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aus n-strahlung.htm#kapitel-03-02-02 |
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Strömungen bei
elektrischem Strom
http://www.biosensor-physik.de/biosensor/reichenbach-annalen-1861.htm
Der Text ist nahezu identisch mit Teil A
von vier Aufsätzen über die Gesetze des Odlichtes
/Reichenbach 1862/ reichenbach-berlin-professoren.htm
|
Seite 459- XI Zur Intensität der Lichterscheinungen; von Freiherrn von Reichenbach. Hr. A. Wüllner hat uns in verschiedenen sehr klar gehaltenen Abhandlungen in diesen Annalen1) zu der Ansicht hingeleitet, daß jede Molekularbewegung mit Elektrizitätsentwicklung verbunden sei. Zur Beantwortung der hierin liegenden oftmals bestrittenen und wiederbehaupteten Frage sammeln sich der Tatsachen immer mehr und mehr und eine Lösung in positivem Sinne gewinnt an Wahrscheinlichkeit. Letztere würde wachsen, wenn ähnliche Reihen von Vorgängen aus anderen Gebieten der Physik jenen zur Seite gestellt werden könnten. Man hat sich jetzt bemüht,---Seite 460---- gewisse magnetische Erscheinungen in der Körperwelt zu generalisieren, die mit Molekularbewegung verbunden sind. Aber auch vom Lichte lassen sich Tatsachen nachweisen, die hierher nicht ohne Bezug sein möchten. 1) Pogg. Ann. Bd. CIX S. 94 und Bd. CXI, S. 630 ----Seite 467-- Am schönsten aber treten diese zarten Lichterscheinungen bei den Molekularbewegungen hervor, welche die Elektolyse begleiten. Der ganze Apparat einer Volta'schen Säule, wenn sie geschlossen wird, tritt in Leuchte. Dazu bedarf es keiner großen elektrischen Intensität, jede Säule, jedes Element für sich allein, entwickelt feinen Lichtschein, am deutlichsten immer sichtbar an den Stellen, wo die chemische Zerlegung stattfindet. Wenn schon jedes Stücken Bernstein, jedes Stängelchen Lack, das man ein paar Mal über den Rockärmel führt, im Finstern auf seiner ganzen Oberfläche leuchte, so kann man sich denken, wie hell die Harzfläche eines geschlagenen Elektrophors wird. Die Glasscheibe in der Reibmaschine wird in der Gänze leuchtend, wenn sie durch die amalgamierten Kissen gleitet. Die Drahtleitungen werden alle sichtbar, und ist es der Rheophor einer hydroelektrischen geschlossenen Kette, so gewahren gute Augen ihn nicht bloß in einen leuchtenden Dunst gehüllt, sondern sie erkennen diesen Dunst in Bewegung in Form einer gedehnten Schraube, die den Draht umfließt. Alle Beobachter stimmen in dieser merkwürdigen Tatsache überein, die ein sichtbares Bild von elektrischen Erscheinungen ---Seite468---gewährt, welche die Physik als eins ihrer mühsamsten Ergebnisse erschlossen hat. |
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Elektrophoraus felder.htm#kapitel-04-01 |
| §. 315. Hiedurch bekommen nun einige
frühere meiner Beobachtungen, die bisher isolirt
standen, einigen Halt, nämlich die originäre odische
Unipolarität, die ich für jeden einzelnen amorphen
Körper in der odchemischen Reihe in Anspruch
genommen habe, und dann die odische Verladung;
endlich auch die Ansicht, die ich von der Natur des
Ods aufgestellt habe, daß es bei aller Analogie mit
dem Magnetismus doch seinen Eigenschaften nach der
Elektrizität näher stehe, als diesem. Ein Körper nämlich, der in der odchemischen Reihe irgend eine Stelle einnimmt, also alle einfachen und alle chemisch zusammengesetzten amorphen Körper, welche nicht in sich Polarität besitzen, wie etwa Krystalle, kann nicht anders gedacht werden, als mit einer odischen Kraft einseitig auf irgend eine Weise dauerhaft begabt, womit er dann sein Recht auf seine bestimmte Stelle in der odchemischen Reihe vindizirt. Ganz ebenso ist es mit der odischen Verladung. Ein Körper, welcher er sey und welche nicht bloß chemische, sondern auch mechanische Zusammensetzung er haben möge, läßt sich, in die Wirkungssphäre eines odischen Poles gebracht , mit derselben odischen Kraft imprägniren, welche dem Pole selbst eigen ist. Er wird in seiner Totalität odpositiv oder odnegativ, je nachdem der Pol, dem er eine Minute lang ausgesetzt war, das Eine oder das Andere ist. Er ist mit odischer Kraft begabt, welche von der im voran gehenden Falle in nichts verschieden ist, als darin, daß sie nicht constant ihm innewohnt, sondern nur vorübergehend, und in kurzer Zeit sich verliert. Beide Fälle aber erscheinen als Beispiele reiner odischer Unipolarität, und wenn sie dieß, meiner einstweiligen Ansicht gemäß, wirklich sind, so haben sie in diesem Zustande alle Aehnlichkeit mit der Elektrizität , welche constant unipolar zum Beispiel dem Kalium im Gegensatze zum Oxygen innewohnend angenommen wird, und welche wir vorübergehend jedem Conductor der Elektrisirmaschine oder jedem Elektrophorkuchen eingießen. <<147>> Was dann ein unipolarer Zustand eigentlich sey, wissen wir freilich nicht; aber um wie viel wissen wir denn besser, was ein bipolarer ist? ____ |
| sensitiver Mensch |
| §. 1168. Es gibt viele Menschen, die
angeben, und ihre Behauptung ist auch schon in
unsere Lehrbücher übergegangen, daß mit den
Spinnweben, welche wir an elektrisirten Körpern
zu empfinden meinen, Gefühl von Kühle verbunden sey.
Ich fühle sehr wohl die Spinnweben, aber von Kühle
habe ich dabei für meinen Theil niemals etwas
wahrnehmen können. Wenn ich aber die Frl. Zinkel
Hrn. Gustav Anschütz oder Frl. Kynast vor eine
positiv elektrisirte Glasscheibe führte, so
empfanden sie davon auf einige Schritte weit eine
gewisse Kühle ausgehen. Frau Kienesberger, Frau
Johanna Anschütz, Frl. Atzmannsdorfer, Frl. Dorfer,
Reichels, Krüger, Friedrich Bellmann, Weidlich,
Ritter von Rainer u. v. a., vor den positiv
geladenen Conductor der Elektrisirmaschine
geführt, waren alle einstimmig über die Kühle, die
von ihm her gegen sie ausstrahle. Der Frau Johanna
Anschütz, Frl. Maix, Reichel und Glaser hielt ich
einen über einem <<597>>
Elektrophor positiv gewordenen Fuchsschwanz vor; sie
alle fanden ihn reichlich Kühle ausgeben. Ebenso
empfand Frl. Sophie Pauer, Frl. Zinkel oder
Friedrich Weidlich von einer aus einem Isolirstuhle
positiv elektrisirten großen Eisenblechplatte nur
Kühle. ---------- §. 1169. Wenn ich dagegen den Conduktor, die Glasplatten, die Eisenplatten negativ elektrisirte und Sensitive davor führte, so erklärten sie alle, es hauche ihnen davon drückende widrige Laue entgegen, in der Art wie wenn ich ihnen etwas entfernte Rückstriche beibrächte. Dieß waren Frl. Zinkel, Kunasts, Hr. Anschütz, dem beinahe wehe geworden wäre; Friedrich Weidlich, der in Mattigkeit und sofort Ueblichkeit verfiel. Ganz ebenso ging es mit dem Kuchen eines großen Elektrophors, nachdem ich ihn mit drm Fuchsschwanz geschlagen halte. ![]() Diese negativ elektrisirte Fläche wurde auf Entfernung von Armlänge und weiter lauwidrige Ausströmung gebend gefunden von Frau Iohanna Anschütz, Frl. Reichel, Glaser, Geraldini, Nowotny, Maixs, Poppe, Frau Kienesberger, Hr. Klein, Hr. Dr. Löw, Leopolder, fanden einen geschlagenen Elektrophor übelmachend, den Fuchsschwanz aber kühl. Frl. Reichel fand einen andern Kuchen schwach lau, er war noch etwas elektrisch; als ich ihn aufs Neue mit dem Pelze rieb, hauchte er bei weitem mehr Läue aus. Fuhr ich jetzt mit meiner Hand einigemal darüber, so fand sie ihn wieder herabgebracht auf den Zustand vor dem Reiben; die Lauwärme kehrte aber wieder zurück, sowie ich aufs Neue den Pelz darüber schwang. — Hr. Gustav Anschütz theilte mir mit, daß er, so oft er vor Wasserfällen, Springbrunnen, Spritzbädern gestanden, jedesmal eine widrige Laue und deren eigenthümliche Pein empfunden habe. Ich Nichtsensitiver fühle in allen diesen Fällen mich nur feuchtkühl angegangen. Aber wir erinnern uns, und Schübler hat uns dieß zuerst von den schweizerischen Wasserfällen gezeigt, daß die Luft der ganzen Umgebung derselben, soweit die Verstäubung des Wassers reicht, stark elektronegativ ist. Hr. Anschütz empfand also hier dasselbe, was alle Sensitiven von einem elektronegativen Elektrophor empfinden, ____ |
| §. 1170. Auch die peinlichen Empfindungen, über welche sich die meisten Sensitiven vor dem Ausbruche von Gewittern beklagen, namentlich Hr. Gustav Anschütz, Dr. Pfretschner, Schiller, Fichtner, Major Philippi, Frau Johanna Anschütz, Preinreich, Frl. Geraldini, Zinkel, Rupp, Schwarz, u. a. finden ihren Grund hierin. Die Erdoberfläche ist bekanntlich in der Regel elektronegativ, der Himmel elektropositiv. Vor Gewittern nimmt die positive Luftelektrizität in der Erdbodennähe am meisten ab und von Crosse wissen wir, daß sie um diese Zeit nächst der Erdoberfläche häufig, und manchmal sogar stark elektronegativ wird, und zwar um so stärker, je gespannter die Wolken elektropositiv werden. <<598>> Dieser elektronegative Zustand wird dann lauwidrig, drückend, Athem beklemmend (Zinkel) und mit allen Zeichen odpositiver Zustande peinlich empfunden. Frl. Maix bekräftigte diese Beobachtungen durch die Bemerkung, daß der negativ elektrisirte Elektrophorkuchen zwar im Allgemeinen Lauwidriges aushauche, daß aber diese Widrigkeit sich hauptsachlich auf ihrer linken Seite fühlbar mache. — Frl. Glaser fügte in ähnlicher Weise bei, daß die Läue des Kuchens stärker auf ihrer Linken sich geltend mache, als auf ihrer Rechten. §. 1171. Wir sehen aus allen diesen Thatsachen die Sonderbarkeit hervorgehen, daß die positiv-elektrische Atmosphäre den Sensitiven frische Kühle gibt, die negative aber Lauwidrigkeit, — Empfindungen, welche ihrer Art nach den gleichnamig odischen geradezu entgegen gesetzt sind. §. 1172. Prüfen wir nun diese unerwartete Erscheinung weiter. — Wenn ich aus den Conduktor Spitzen aufsetzte, und durch sie positive Elektrizität in die Luft ausströme„ ließ, so empfand Frl. Reichel auf Entfernung von 11 Schritten allgemeine Kühle, und zwar nicht im Augenblick als ich anfing, die Glasscheibe der Maschine umzudrehen, sondern erst nach vier bis fünf Sekunden. ![]() §. 1173. Der Frau Kienesberger gab ich einen 13 Fuß langen Kupferdraht am einen Ende in die rechte Hand, am andern Ende steckte ich eine runde Messingkugel darauf und brachte nun diese mit meinen Händen, ganz unbekümmert um Isolirung, bis auf Armlänge in die Nähe des geladenen Conduktors, dessen Funken jedoch nur etwa einen halben Zoll lang waren. Sie fühlte schon hievon das entfernte Drahtende stark kalt werden. Wind ausgeben, Ziehen und Schläfrigkeit erzeugen. Die Wirkung der elektrischen Atmosphäre erstreckt sich in odischer Hinsicht überraschend weit §. 1175. Die Tragweite dieser Kühle prüfte ich bei Frau Kienesberger und Frl. Reichel. Erstere fühlte sie erst bei 46 Schritten Abstand erlöschen. Letztere empfand eine elektrisirte Eisenplatte auf die Entfernung von 50 Schritten. Den negativen Elektrophorkuchen empfand Frl. Reichel einmal auf 20 Schritte Abstand, ein andermal bei geschärfter Reizbarkeit auf 50 Schritte Entfernung Läue entsenden. §. 1176. Alle diese Versuche liefern uns jedoch nur die Erstwirkung und die vorwaltende Wirkung der jedesmaligen elektrischen Atmosphäre. Genauer geprüft, und beide Seiten des menschlichen Leibes, wie sie dem Conduktor oder dem Elektrophor gleichzeitig entgegengehalten werden, in Rücksicht gezogen, ergaben die Versuche, die ich dießfalls anstellte, bei Frl. Zinkel daß, wenn sie, dem geladenen Conduktor langsam entgegengehend und beide Körperhälften in gleichen Abständen ihm darbietend, bloß ihrem allgemein vor herrschenden Gefühle Gehör gab, sie nur Kühle zu empfinden meinte. Richtete sie aber ihre Aufmerksamkeit auf eine Vergleichung ihrer beiden Seiten, so überzeugte sie sich, daß sie diese Kühle nur auf ihrer rechten Körperhafte fühlte, nicht aber auf ihrer linken, sondern daß hier vielmehr schwaches Läuegefühl statt hatte. - Die Frl. Beyer hielt ich einige Zeit in einem benachbarten Zimmer, trieb mittlerweile die Elektrisirmaschine um, zerstreute positive Elektrizitat in die Luft und ließ sie dann hereinkommen. Sogleich erkannte sie die gesammte Luft des Arbeitszimmers stark kühl und das Kühlegefühl nahm zu, wie sie sich dem positiv geladenen Conduktor näherte. Als ich sie aber ermahnte, ihre beiden Körperhälften zu beachten und zu vergleichen, erkannte sie sogleich die Kühle nur auf ihrer rechten Seite, wie kühlen einseitig wirkenden Zugwind, auf ihrer Linken aber schwaches Läuegefühl, das von dem lebhaften Kühlegefühl der Rechten nur überschriben wurde. — Verfuhr ich ebenso mit Hrn. Leopolder so bekam ich ganz dieselben Erklärungen. §. 1194. Schon bei den Magneten und Krystallen habe ich gezeigt, daß die Empfindungen von kühl und lau, welche die Sensitiven bei Annäherung an odaushauchende Pole erfahren, für jeden Pol auf verschiedene Abstände nicht ganz constant seyen und nach gewissen Zonen etwas variiren. ![]() Auf dasselbe stieß ich auch bei
der Elektrizität. Als ich Frau Iohanna Anschütz
vor den geladenen Conduktor führte, erklärte sie
die ihn umhüllende Atmosphäre für Läue gebend.
Andere Zeugen, z. B. Frl. Reichel hatte immer
erklärt, der Conduktor hauche Kühle aus. Diese
Widersprüche lösten sich, als ich den Versuch
variirte. Sobald ich Frau Anschütz nur um
einen einzigen Schritt und zwar zufällig
weiter von dem Conduktor entfernt hatte,
erklärte sie die elektrische Atmosphäre Kühle
gewährend. Näherte ich sie wieder, so nannte
sie sie wieder lau. So konnte ich sie
näher und ferner rücken und immer erhielt ich im
ersten Falle Angabe von Laugefühl, im zweiten
von Kühlgefühl. In welche größere Entfernung ich
sie dann fortrücken machte, immer empfand sie
nur Kühle, bis an die Gränze des Unmerklichen
fort. — Frl. Atzmannsdorfer fand dieß ebenso bei
allen Versuchen in verschiedenen Zeiten.
![]() Frau Kienesberger fand bei positiver Ladung des Conduktors aus der Ferne einer Zimmerlänge die Luft kühl und kalt, als sie bis auf zwei Schritte sich der Maschine angenähert halte. Als sie aber noch näher trat, schlug die Temperatur um, wurde lau und wärmer, je näher sie kam, bis Funken sie trafen. Ebenderselben lud ich nun den Conduktor elektronegativ und führte sie wieder aus der größten Entfernung gegen denselben heran. Jetzt erklärte sie umgekehrte Temperaturen; in der Ferne war alles lauwidrig, am widrigsten als sie bis auf 2 Schritte Abstand vom Conduktor gelangt war. Bei zunehmender Näherung jedoch schlug die Temperatur ins Kühle um, und wurde um so kälter, je näher sie der Maschine kam. — Frl. Reichel fand einen negativ geriebenen Elektrophorkuchen auf zwanzig Schritte Abstand noch immer laulich, den sie ganz in der Nähe für kühlig erklärte. — Frl. Atzmannsdorfer erkannte und fühlte die lauliche Wirkung des positiv geladenen Conduktors stark ausgesprochen nur aus ihren linken Händen, Armen und Gesichtseite, rechts nicht ebenso. Dieß zeigt, daß die scheinbare Temperatur in der That von positivem Ode herrührt, gleichnamig mit ihrer linken Seite; und daß dieß Od nicht etwa eine Emanation des Messingmetalles des Conduktors, sondern in der That auf Rechnung seiner elektrischen Ladung zu setzen sey, beweisen am deutlichsten die obigen Versuche mit Frau Kienesberger, bei welchen sie in der Nähe den positiven Conduktor lau, den negativen aber kühl empfand; dieser Wechsel <<611>> konnte nicht von dem sich gleichbleibenden Messing herrühren, sondern von den wechselnden Zuständen desselben und diese sind seine positive und seine negative Ladung. Es erhellt hieraus, daß auch die elektrische Atmosphäre wie andere Odquellen in Zonen zerfällt, deren odische Beschaffenheiten in eben der Weise abändern, wie die Lichterscheinungen um sie her wechseln, die ich weiter unten §. 2590 darstellen werde. ____ |
| §. 2223. Einen weiteren sprechenden
Beweis gibt der Elektrophor ab. Reibendes und
Geriebenes ist hier ganz metallfrei. Wenn ich einen
Harzkuchen vor der Reibung vorzeigte, so fanden ihn
fast alle Sensitive dunkel, so wie ich ihn aber mit
dem Fuchspelze schlug, sahen sie ihn leuchtend
werden. Hr. Medicinalrath Eckard (28) von Berlin,
Ritter von Perger (14) und Hr. Dr. Löw (142), die zu
den schwächsten Sensitiven zählen, erkannten, als
ich den Kuchen im Finstern mit dem Pelze geschlagen
hatte, daß seine ganze Scheibe sichtbar wurde. Hr.
Dr. Köller (116), ebenfalls nur schwach sensitiv,
sah das Harz schon deutlicher ins Leuchten gerathen,
mit 1% Fuß hohem Scheine darüber; er erkannte eine
am Plafond entstandene Helle so licht, als dieser
Schein war. Frau Cecilie Bauer (48) sah den Kuchen
mit jedem Pelzschlage an Leuchte zunehmen und dieß
in dem Grade, daß darüber eine gelbe Flamme
entstand, welche von der Seite angesehen bei größter
Stärke auf Armlänge sich erhob, leckend wie ein
brennendes Holzfeuer. Die Substanz des Kuchens wurde
rothglühend, der Fuchspelz aber weißglühend, wie
eine aus Millionen Fünkchen glizernde Walze.
Offenbar leuchtete jedes positiv elektrisch
gewordene Härchen für sich und wurde einzeln
wahrgenommen. Die Odflamme dauerte, nachdem ich
ausgehört hatte, den Kuchen zu schlagen, nur die
kurze Zeit von einigen Minuten und verschwand
demnach ohne Vergleich früher als die elektrische
Ladung. So sahen die Erscheinung Frau Baronin von
Augustin (25), Frau von Littrow (84), Kienesberger
(151), Frl. von Weigelsberg (63), Frau Cecilie Bauer
(148), Frl. Ernestine Anschütz (30), Glaser (94),
Sophie Pauer (20), Karhan (132), Reichel (25),
Blahusch (55), Winter (43), Armida Geraldini (16),
Martha Leopolder (105), Hr.
<<287>> von Cevallos (49. 50), Hr. Dr.
Goldberg (30), Rabe (25), Dr. Natterer (14), Kailan
(16), D. Tirka (17), Klein (177), Iohann Klaiber
(8), Schiller (116), Gustav Anschütz (93. 176),
Frhr. von Oberländer; welche von der Flamme
gelblichen Rauch bis zur Zimmerdecke aufsteigen und
letztern davon ganz in Dämmerlicht gerathen sahen;
Hr. Dr. Fröhlich (31), der, obgleich schwächer
sensitiv, doch die bergähnliche Lichtanhäufung auf
dem Elektropher gewahrte; Hr. Eduard von Bivenot
(73), Friedrich Weidlich (64) und Hr. Rabe (25), die
die Röthe des Kuchens stark von dem weißlichen
Lichte des Pelzes abstechend fanden; Hr. Hochstetter
(48. 49), der in die Flamme blasend sie
zerflackerte und belebte; Frl. Atzmannsdorfer
(428) und Frau Kowats (27), welche reichlich
Odfunken mit aufsteigen sahen; Hr. Enter (107),
welcher von der zugespitzten Kuchenflamme
leuchtenden Rauch bis zur Zimmerdecke, gleich Frl.
Poppe (* ), aufsteigen und daselbst einen wie von
Mondschein beleuchteten Fleck erzeugen sah; er
gewahrte dann die Verbreitung dieses Rauches an dem
ganzen Plafond hin, den er nach und nach so
erleuchtete, daß Hr. Enter zu seiner Verwunderung
das ganze Zimmer davon in Dämmerlicht gerathen sah.
Mehrere Sensitive, unter andern Friedrich Bollmann
(26. 86) sahen den metallenen Rand um den Harzkuchen
herum vorzugsweise hellleuchtend. - Frau von
Bivenot(12) und Hr. Prälat Frhr. von Schindler (78)
verglichen den unter ihren Augen leuchtend
gewordenen Elektrophor mit einer hellen Mondscheibe;
Andere, wie Hr. Alois Zinkel (*) mit der
Sonnenscheibe. Frau Anschütz (150) fand den
Fuchsschwanz schnell nach dem Schlage einem
leuchtenden Regen ähnlich, da ich ihn hängend vor
ihre Augen brachte; sie erkannte jedes einzelne
Härchen desselben weißglühend. - Frl. Poppe (94. 95)
fand den Kuchen gelb, die Fuchsschwanzhärchen
weißgrau. - Hr. Obrist Arroquia (45. 46), Dr. Rabel
(83. 86), Ritter von Siemianovski (75), Graf Ernst
von Coronini (14), Frl. Zinkel (62) und Frhr. von
Schindler (78. 78) sahen alle mehr und minder
deutlich den Kuchen odglühend werden, flammenartige
Leuchte anderthalb bis zwei Fuß hoch aussenden,
Rauch darüber aufsteigen, der sich mit Funken
gemengt zum Theil bis zur Zimmerdecke erhob und dort
einen großen erhellten Fleck bildete; diese Flamme
loderte jedoch nur kurze Zeit über dem Kuchen und
verging nach wenigen Minuten, während die
elektrische Ladung des Kuchens bekanntlich
wochenlange anhält. Es wirkt demnach zu Erzeugung
der Flamme nicht bloß die Elektricität, sondern es
vergesellschaftet sich ihrem Effekte der der Reibung
und verstärkt sie auf kurze Zeit so bedeutend, daß
sie von manchen bis eine Elle hoch und so breit als
der Kuchen ist, gesehen wird. §. 2228. Es ergibt sich somit als Schluß:
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§. 2255. Eine der interessantesten durch Elektricität erzeugten Odlichterscheinungen, wenigstens für den jetzigen Standpunkt unserer elektrischen Theorie, das ist gewiß der Lichtwickel. ![]() ![]() Einige Zeit später wiederholte ich diesen Versuch mit Frl. Reichel (94) mit demselben hydroelektrischen Apparate. Die verschiedenen Leuchten der Schraubenlichthülle um Rheophore. <<305>> Säule selbst (wovon ich ein andermal reden will), die durchsichtige Odgluth der Drähte, ihre Endspitzenflammen, aber auch der Lichtwickel um dieselbe herum, die Strömung vom Zinke zum Kupfer wurden alle wieder ganz ebenso beobachtet. Ein drittesmal wiederholte ich diese Arbeit mit Frl. Reichel (11) einige Wochen später, habe davon aber nichts anderes, als eine abermalige Bestätigung des Vorgetragenen zu berichten. Zuletzt (88) schob ich noch einen Schweigger'schen Multiplikator in die Strombahn. ![]() §. 2256. Zunächst wandte ich mich um Control dieser schönen Erscheinungen an Frl. Atzmannsdorfer (328), die damals in hoher Sensitivität stand. Ein einziges Element Zinksilber von Handgröße reichte hin, ihr dessen Odgluth, Odflamme, Rauch und Funken sichtbar zu machen. Die Polardrähte erkannte sie unverzüglich rothglühend, geschlossen viel leuchtender als offen und mit Endspitzflammen besetzt. Um den Rheophor herum sah sie einen leuchtenden Strom, der vom Zink zum Kupfer fortzog; sie verglich ihn mit leuchtenden Würmern, die sich um den Draht herum gewunden haben und fort und fort sich darum ringelten. - ![]() ![]() §. 2257. Endlich noch stellte ich einen Elektromagnet in Thätigkeit. Der eiserne Huf hatte Schenkel jeder beiläufig 1 Fuß Länge, war einfach mit einem federkieldicken Kupferdraht umwunden, und wurde in den Strom einer Säule von sechs Zinksilberelementen von 6 Zoll eingeschoben. Frau Kienesberger (290) sah den an sich schwach sichtbaren Draht, so wie die Kette geschlossen war, von erhöhter weißer Odgluth überlaufen. Sie sah dieß Licht fortlaufen über den Spiraldraht hin, wie es Ring um Ring erfaßte und so in etwa 10 Sekunden die ganze Drahtrolle in Gluth versetzt hatte. Als dieß vollbracht war, zog der Lichtwickel herbei und lief auch mit so mäßiger Geschwindigkeit am Drahte hin, daß die Beobachterin ihm mit <<307>> dem Auge zu folgen im Stande war, wie er wieder Ring um Ring am Drahte fortschritt. Er bildete einen daumendicken Dunst um den Draht herum, also einen Lichtwickel um den Drahtwickel, dessen Windungen in der Richtung der Axe des Eisenhufes parallel waren, folglich fast senkrecht auf der Axe des Drahtes standen. Seine Leuchte war nicht auf seiner ganzen Erstreckung gleich stark, sondern war an den Polen am stärksten, nahm dann von beiden Seiten gegen das Knie des Hufes hin ab und dieß so stark und deutlich, daß mir die Frau Kienesberger meine Finger auf den Ring des Kupferdrahtes führen konnte, welcher den blässesten Lichtwickel besaß; es war genau der mittelste im Knie. Hier war das Leuchten so schwach, daß die Wickelbewegung ihr nicht mehr sichtbar war. Helle und Deutlichkeit des Umrollens des Lichtwickels um den Draht nahm mit einander ab und zu. Einen ähnlichen Versuch führte ich mit Frl. Zinkel (196) durch. Der Wickeldraht um den Eisenhuf wurde durch eine sechspaarige Smeesäule in Thätigkeit gesetzt. Dieser Draht selbst umhüllte sich mit einem odischen Lichtwickel, vom Silber zum Zinke, von rechts nach links obenüber strömend, alles ebenso, wie es hier von Frau Kienesberger angegeben ist. Später wurde dieser Versuch noch mehrmals mit Frl. Zinkel (404. 557) wiederholt, schwächere und stärkere Säulen dabei angewandt, immer war der Erfolg derselbe, Polardrähte und Drahtwickel waren mit leuchtendem Odwickel umhüllt, und, wohl zu merken, auch diesen sah sie (197) mit Irisfarben angethan. §. 2258. So erhielt ich von 16 Versuchen mit Contaktelektricität lauter übereinstimmende Beobachtungen über das Daseyn eines daumdicken Lichtwickels um den odglühenden Polardraht, der vom positiven zum negativen Pole in einer schraubenlinken Spirale (wie sich die elektrische Terminologie ungenau ausdrückt) mit mäßiger Geschwindigkeit fortströmt. §. 2259. Wenden wir uns nun zur Reibungselektricität, die, wenn auch ihrem Wesen und Herkommen nach nicht verschieden von Contakt- elektricität, doch an Stromstärke ihr unendlich nachsteht. - Ich habe unlängst erst erzählt, daß die Frl. Atzmannsdorfer (482) die Arme des Conduktors der Elektrisirmaschine in eine Art von Photosphäre eingehüllt sah. Aber diese Lichtröhre war nicht ruhig, sondern sie befand sich in einer schraubenförmig umrollenden Bewegung, in der Richtung vom Reibzeug zum Conduktor hin, und in der Wendung, von den Saugspitzen aus geschaut, von der Rechten über den Leitungsarm oben hinüber zur Linken hin, also mit einem Worte wiederum schraubenlinks. Die Sensitive wickelte mir, zur Sicherheit und Deutlichkeit, im Finstern ein Band um den Conduktorarm herum nach der Windung des Lichtwickels, um sie mir unzweifelhaft deutlich zu machen. §. 2260. Ich verband den Conduktor mit dem Reibzeug durch <<308>> einen Messingdraht und setzte die Glasscheibe in Umlauf. Sie hatte 30 Zoll Durchmesser und bei gutem Wetter gab der Conduktor 9 bis 10 Zoll lange Funken. So vorgerichtet zeigte ich den Leitungsdraht dem Friedrich Weidlich (11 ), der Frl. Atzmannsdorfer (445), Reichel und der Frau Kienesberger (267). Alle vier sahen den Draht odglühend werden und mit kleinfingerdickem rollendem Lichtwickel umgeben, der vom Conduktor gegen das Reibzeug hin schraubenlinks hinströmte. Frl. Atzmannsdorfer sah reichlichen Rauch von dem leitenden Drahte aufsteigen, mit zahllosen Funken und Lichtsternchen untermengt, wovon immer die ersten und die letzten größer, aber weniger zahlreich ausfallen. Auch Frau Kienesberger sah Rauch reichlich vom Drahte aufsteigen. letztere konnte bei einer kleinen Maschine an einem Eisendrahte von 1 Linie Dicke die Erscheinungen nicht sehr deutlich sehen. Als ich ihr statt dessen aber einen andern eingesetzt hatte, der nur 12% Linie Dicke besaß, traten die Erscheinungen sogleich sehr helle in Licht. Jetzt war der Lichtwickel sehr schön sichtbar, mit blau und gelbem Lichte spielend, von Federkieldicke und so dicht zusammengerollt, daß sie keine einzelne Fäden mehr zu unterscheiden vermochte. Einen feinen Messingdraht führte ich vom Conduktor zum Reibzeug der Elektrisirmaschine, zu einer Zeit, da sie nur zolllange Funken lieferte. Nach 3 bis 4 Scheibenumgängen sah sie ihn im Finstern in goldgelbe Odgluth eintreten. Nach weitern 4 bis 5 Scheibenumgängen umhüllte sich der Draht mit einem federkieldicken Lichtscheine, blau mit roth, und von enggeringeltem Aussehen. Es war dieß ein leuchtender dichter Odwickel, der an dem odglühenden Drahte dahinströmte. - Alle schilderten das Schauspiel der Lichtwickel um die Drähte über alle Beschreibung schön und reizend; Lampenlicht soll grob und häßlich im Vergleich damit ausschauen. §. 2261. Was wird die Wirkung der Entladung einer Kleist'- schen Flasche über einen Leitungsdraht seyn ? also so zu sagen eines geballten Elektricitätsklumpen, wenn er entlang eines Drahtes fortgeschleudert, fortgestoßen wird. Um die muthmaßliche odische Lichterscheinung hievon, denn eine elektrische kennen wir in diesem Falle bei stärkern Drähten nicht, wahrnehmen zu können, mußte ich die leuchtende Flaschenentladung von dem Drahtstücke trennen, welches der Beobachtung im Finstern unterworfen werden sollte. Dieß veranstaltete ich so, daß ich in einem Zimmer neben der Dunkelkammer die Elektrisirmaschine sammt der Kleist'schen Flasche aufstellte, und dann einen so langen zwei Linien dicken eisernen Entladungsdraht anwandte, daß ich ein Schlingenstück davon durch eine Stopfbüchse in die Dunkelkammer hinein und wieder heraus leitete. Beide Enden des Drahtes hatte ich auf diese Weise im hellen Zimmer, während ein Mittelstück davon durch die Finsterniß der Dunkelkammer gezogen war. Entlud ich nun eine Kleist'sche Flasche, so <<309>> mußte ihre Ladung an dem Drahtstück durch die Dunkelkammer laufen, während die leuchtende Entladung im andern Zimmer geschah und kein Licht davon in die Dunkelkammer dringen konnte; mit einem Worte: durch die Finsterniß, wo die sensitive Person weilte, drang zwar am Drahte die Elektricität, nicht aber das elektrische Licht des überspringenden Funkens bei der Entladung. Dieß vorgerichtet führte ich die Frl. Atzmannsdorfer (382) in die Dunkelkammer, ließ sie nur eine Viertelstunde lange die Augen in der Finsterniß vorbereiten, und entlud dann über den Draht eine gesättigte Kleistflasche von etwa einem Quadratfuß Belegung. Was zuerst mich Nichtsensitiven betrifft, so sah ich davon, fast gegen meine Erwartung, nicht eine Spur; ich hatte halb gehofft, hievon doch vielleicht etwas weniges ansichtig zu werden, aber durchaus vergebens. Ganz anders aber war's mit meiner Hochsensitiven. Diese jauchzte auf über die prachtvolle Erscheinung, die sich ihr plöglich im Finstern aufgethan hatte. Das Stück Drahtschlinge, das ich durch die Dunkelkammer gezogen hatte, war 12 Fuß lang. Entlang desselben nun fuhr im Augenblicke der Flaschenentladung, deren Knall man aus dem benachbarten Zimmer hörte, eine blizähnliche Erscheinung. So behende dieselbe auch war, so war sie doch nicht so schnell, daß das Auge der Beobachterin nicht noch unterscheiden konnte (was sie vorher nicht wußte), wo der Lichtfunke hereinkam und wo er wieder hinausfuhr, was sie mir im unitarisch - elektrischen Sinne ganz zutreffend angab, nämlich von der positiven Flaschenbelegung zur negativen; unverzüglich darauf verbreitete sich Odgluth über den ganzen Draht; und nun stieg langsam hellleuchtender Dampf von ihm in die Höhe. - Hören wir nun den nähern Bericht an, den uns die Sensitive über den Erfolg meiner Veranstaltungen macht. Die erste Erscheinung, die Blitzschnelle, bestand aus einem leuchtenden Wickel, der um den Draht herumfuhr, ganz genau so, wie der vom positiven Zinkpole der Volta'schen Säule ausgehende, von der Rechten oben über zur Linken, wenn man ihn von sich hinweglaufend dem Drahte folgend denkt; so ging es bis ungefähr über die Hälfte des Drahtes vorwärts; von da an aber weiter fort nahm die Erscheinung an Lichtstärke ab und ward immer blasser. Die zweite Erscheinung, das Odglühen des Drahtes, trat einige Augenblicke später ein, nachdem der Feuerwickel gänzlich verschwunden war. Wie aber dieser unmeßbar geschwind vergangen war, so langsam dagegen ging jenes von statten; es dauerte nicht weniger als ein bis zwei Minuten lange, und erlosch langsam, wie überall die Odgluth der Leitungsdrähte der elektrischen Apparate, wenn die durch sie strömende Elektricität unterbrochen worden war. Die dritte Erscheinung, der leuchtende Dampf oder Rauch, war offenbar eine genaue Wiederholung desselben Dunstes, Duftes, Rauches, den Krystalle, Magnete, Blumen, Hände, Volta'sche Säulen etc. überall von sich geben. <<310>> Er trat langsam am Ende der Erscheinung auf, erhob sich wolkenartig gemächlich im Zimmer vom Drahte an nach oben, stieg in die Höhe bis zum Plafond und leuchtete dort noch so helle, daß die Beschauerin die Linien mir angab, mit denen er bemalt war. Außerdem noch enthielt er jene oft erwähnten Fünkchen, welche wie Johanneskäferchen darin herumfliegen; sie waren dießmal nicht allzu zahlreich, aber so stark ausgesprochen, daß sie hinausziehend, oben herumirrend und dann einzeln herabfallend gesehen werden konnten; ja einzelne fielen auf die Kleider der Frl. Atzmannsdorfer herab und leuchteten noch einige Augenblicke auf ihr, ehe sie verschwanden. Dieser Rauch dauerte fünf bis sechs Minuten lange, ehe er und mit ihm die gesammte Erscheinung zu Ende war. Ich wiederholte sie dreimal hinter einander mit verschiedenen Ladungsstärken, was die Sensitive nicht wissen konnte; sie gab die Erscheinung jedesmal dieser Stärke angemessen lebhafter oder matter an, so daß ich dadurch die gründlichste Controle der Genauigkeit ihrer Angaben erhielt. - Dieß der erste Versuch dieser Art (November 1845) mit Frl. Aymannsdorfer; er mußte seiner schönen Entwicklung wegen mich begierig machen, ihn mit andern Sensitiven auf verschiedenen Stufen der Reizbarkeit zu wiederholen. Hören wir nun zunächst die Frl. von Weigelsberg (72), Frl. Ernestine Anschütz (38) und Hrn. Gustav Anschütz (101), alle weit schwächer sensitiv als die Vorige. Im Augenblicke der Flaschenentladung sahen sie alle die Drahtschlinge leuchtend werden, dick wie einen Strick und schnell wieder verschwindend. Bald darauf sahen sie den Draht wieder hell werden und langsam sich verdunkeln. Frl. Zinkel (66) sah eine über den Draht blitzschnell hinfahrende Helle, etwa daumendick; nach dieser Erscheinung erglühte der Draht und erlosch langsam erst nach mehreren Minuten. Das eilfertige Licht fand sie weiß, das verweilende röthlich. Frl. Dorfer (93) sah den Flaschenschlag als fingerdicken Wickel um den Draht herumeilen, genau wie Frl. Atzmannsdorfer, links gewunden; dann sah sie den Draht in anderem Lichte eine gute Minute lang fortleuchten, langsam erlöschen und während dessen Odrauch langsam und lange fort wolkenartig ausströmen. Der blinde Bollmann (88) selbst besaß noch Schein genug von seinen zu Grunde gerichteten Augen, daß er bei der Entladung ein zuckendes vor sich Vorüberfahren und darauf eine länger andauernde Helle sah, die langsam verschwand. - Hr. Kotschy (28. 33) und Hr. Demeter Tirka (21) sahen beide die Erstwirkung eines einfachen Flaschenschlages gar nicht; die Zweitwirkung aber, das spätere Erglühen des Drahtes, sahen sie beide in daumendicker Leuchte und ein bis zwei Minuten dauernd und verglimmend, wie es ihre Vorgänger beschrieben. Als ich beiden aber eine Batterie von vier großen Cylindergläsern lud und diese über den Schlingdraht schlagen ließ, gingen ihnen die Augen besser auf. Jetzt sahen sie im Augenblicke der Explosion eine Leuchte über den Draht sich <<311>> stürzen, die mit Blitzesschnelle darüber hinwegfuhr, zwei bis drei Finger dick erschien und augenblicklich wieder verschwand. Darauf sahen sie die Gluth des Drahtes folgen, die langsam von statten ging und von der leuchtender Dunst aufstieg, in welchem einzelne Fünkchen wie Johanneskäferchen herumflogen. Der Frau Kienesberger (264) zeigte ich ebenfalls einen Batterieschlag von vier großen Flaschen. Wie der Lucifer, meinte sie, sey die feurige Erscheinung über den Draht gefahren, prachtvoll, goldgelb, fingerdick, und dann sey der ganze Draht rothglühend geworden. Diesen flüchtigen Lucifer wußte sie mir nicht schön genug zu schildern; leider hatte ich von seiner höllischen Pracht gar nichts zu erblicken vermocht. Die nachherige Odgluth schilderte sie ebenfalls als lange andauernd und erst innerhalb zweier Minuten verglimmend; anfangs war sie roth, dann versank sie in weißgrau und verging. - Dem Friedrich Weidlich (109) zeigte ich nur einen einfachen Flaschenschlag. Er sah, ein guter Mittelsensitiver, den Draht augenblicklich mit dem Entladungsknalle der Kleistflasche von einem daumendicken Odwickel umflossen, in dessen Mitte er eine Dunkelheit erkannte, ohne Zweifel den noch nicht glühenden Draht selbst. Die erste Hälfte des Wickels, von der Flasche herkommend, fand auch er heller als die andere Hälfte, durch welche der Wickel wieder zur Dunkelkammer hinauseilte. Unverzüglich hierauf ward dann der Draht sichtbar und odglühend, und zwar durchsichtig wie Glas, blieb es gegen zwei Minuten lange und versank dann langsam wieder in Unsichtbarkeit. Während dessen stieg Oddunst leuchtend, mit Fünkchen durchsäet, reichlich auf und eilte dem Plafond zu. Den Odwickel schilderte er ebenfalls als eine von der positivelektrischen Flaschenbelegung ausgehende linksgewundene Schraube. §. 2262. Man sieht aus diesen mit eif verschiedenen Personen von verschiedenen Sensitivitätsstufen und mit verschiedenen Elektricitätsstärken vorgenommenen Versuchen, daß sie im Wesentlichen alle dasselbe besagen und zwar in Uebereinstimmung mit allen anderweitigen odischen Erfahrungen, daß
§. 2263. Aus diesem Complexe von Erscheinungen, die alle nach odischen Gesetzen gut zusammenhängen, ergibt sich, daß diese Leuchten von derselben Beschaffenheit wie die der Magnete, Krystalle u. s. w., odischer Natur sind, und daß nur die erste, der Wickel, elektrische Complikation besitzt, und zwar dieselbe, die er auch im hydroelektrischen Strome offenbart. - §. 2264. In die Vertheilungssphäre des Conduktors, und zwar auf Abstand einer Handlänge, brachte ich einen armlangen isolirten Messingdraht. Nach einigen Sekunden vom Umlaufe der Glasscheibe an wurde er der Frl. Atzmannsdorfer (429) leuchtend durch Influenz und von einem Lichtwickel umfangen. Denselben Versuch wiederholte ich mit ihr, indem ich einen blanken Eisenstab von anderthalb Fuß Länge isolirt in die Vertheilungssphäre des Conduktors brachte. Frl. Atzmannsdorfer (416) gewahrte wieder die Erscheinung des Lichtwickels entlang desselben. Ein andermal stellte ich einen eine Klafter langen, mit einer Kugel endenden Eisendraht in die Vertheilungssphäre des Conduktors. Das andere Ende hielt Frl. Atzmannsdorfer (430) frei in der Hand. Aber auch hier erschien der Lichtwickel entlang des odglühenden Drahtes. So oft ich aufhörte, die Scheibe der Elektrisirmaschine zu drehen, fing der Lichtwickel zuerst an zu ermatten und, wie es ihr vorkam, am Drahte zurück zu laufen, was wohl ein bloßes Verschwinden von hinten her gewesen seyn mag. Erst nach ihın zog sich auch die Odgluth zurück. §. 2265. Also auch der Reibungsstrom, ja die bloße Vertheilungseinwirkung vom Reibungsstrom, brachte den Lichtwickel auf seiner Strombahn hervor. §. 2266. Anlangend den Winkel, welchen der Lichtwickel mit der Axe des Wickeldrahtes macht, so fanden die verschiedenen Sensitiven ihn unter verschiedenen Umständen nicht gleich und um so größer, je stärker die Spannung des Stromes war. So stellte Friedrich Weidlich (12) folgende Stufenleiter auf: für den flachest gewundenen erklärte er den Lichtwickel auf dem Leitungsdraht zwischen Conduktor und Reibzeug und zwischen Leitarmen zum Conduktor; <<313>> dann folgte der Wickel um den Polardraht eines einfachen Elements; den steilst gewundenen trug der Rheophor von der Säule von vierzig Volta'schen Zinkkupferelementen. §. 2267. Aller elektrische Strom also, hydroelektrischer oder Friktionsstrom, starker oder schwacher, über dicke oder auf haarfeinen Körpern fortgeführt, bringt Lichtwickel auf seinem Leiter hervor; bei gleicher Stromstärke lichter und deutlicher über dünne als über dickere Leiter, in der Richtung vom Quell der Elektricität, also vom Zinkpol und von den Saugspitzen der Glasscheibe an gegen den Kupferpol und den Conduktor hin, in schraubenlinker Windung. Und somit wären die Ampère'schen Schlüsse sinnlich wahrgenommen und als Thatsache ins Gebiet der Erfahrung hereingeführt. - §. 2268. Wir haben jüngst gesehen, aus Gelegenheit des Lichtwickels, daß die elektrische Influenz auch odische Lichterscheinungen in ihrem Gefolge hat. Genauere Versuche hierüber habe ich nächst der Frl. Atzmannsdorfer mit Frl. Zinkel (163) angestellt, die ich hier mittheilen werde. Das Od scheint uns den Schlüssel zu bieten, um umgekehrt auch über die noch so räthselhaften Vertheilungshergänge der Elektricität uns zu Ausschlüssen zu verhelfen. Einen vier Fuß langen, steifen und geraden Kupferdraht von Federkieldicke stumpfte ich an beiden Enden durch anderthalb Zoll dicke hohle Messingkugeln ab, die ich daran befestigte. Diese Stange brachte ich in isolirte wagrechte Stellung in der Mitte der Dunkelkammer, und näherte sie auf fast eine Elle Abstand dem Conduktor einer kleinen Elektriſirmaschine, die nur zwei Zoll lange Funken gab. Die Endkugel der Stange war also bei weitem außerhalb der Sprungweite des Funkens. Als ich so vorgerichtet die Scheibe der Maschine langsam umdrehte, wurde erst ihr Conduktor leuchtend, durchsichtig, rollender Rauch innerhalb seiner großen Kugel wurde sichtbar, die Photosphäre umhüllte ihn, Flamme und Rauch stiegen von ihm auf, bis hieher alles normal, wie ich es schon aus andern Versuchen mitgetheilt habe. Nun aber trat eine neue Reihe von Erscheinungen in Scene, welche Frl. Zinkel (165) genau schilderte. Mit einem momentan etwas helleren Auflodern schlug plöslich ein fein leuchtender, blauer, etwa zwei Finger breiter Lichtstrom vom Conduktor zum Stangenknopfe über, ward dann etwas matter, dauerte aber ununterbrochen fort, während ich die Glasscheibe zu drehen fortfuhr. Bald sing die Stange an, ihren Knopf in Odlicht leuchten zu lassen. Die Gluth ergriff die Stange selbst und zog langsam von einem Ende zum andern über sie her, so daß eine Minute Zeit verging, bis sie am andern Ende angekommen war und dann auch den zweiten Knopf ergriff, <<314>> ihn leuchtend und durchsichtig machte. Nun sing die ganze Stange sammt beiden Knöpfen an, in leuchtenden Nebel sich zu hüllen, der in Wogen sich darüber bewegte, den jedoch die Beschauerin nicht deutlich als Odwickel zu erkennen erklärte. Es folgte sofort Odrauch, der von der ganzen Stange in die Lust emporstieg, wie vom Conduktor. §. 2269. Mittlerweile hatte ich eine zweite solche Drahtstange in Bereitschaft gesetzt, ebenfalls mit Knöpfen an beiden Enden versehen, und brachte nun diese auf zwei Fuß Abstand von dem letzten Knopfe der ersten Stange mit dem einen Knopfe in ihre Wirkungssphäre. Es dauerte nicht lange, als vom leuchtenden Knopfe plötzlich ein gleicher blauer Lichtstrom losschlug und mit momentanem Aufleuchten auf den dunkeln Knopf der zweiten Stange fuhr, dann aber schwächer leuchtend ruhig blau fortströmte. Hier wiederholten sich nun die Hergänge der ersten Stange, es wurde der erste Knopf leuchtend, dann zog die Odgluth langsam am Drahte fort, erreichte nach einer Minute allmählig den andern Knopf, setzte auch ihn in Odgluth, und nach kurzer Weile bildete sich Odnebel um Knöpfe und Stange, und Rauch hob sich leuchtend empor. §. 2270. Oben auf dem entferntesten Drahtknopfe war ein kleines Loch zum Einstecken von Werkzeugen vorgerichtet. Von diesem Loche aus stieg nun, unter fortwährend langsamer Umdrehung der Glasscheibe, eine schlanke Lichtsäule etwa einen Fuß hoch vertikal auf, blau und daumendick, oben zugespist. -Steckte ich in dieß Loch einen Messingstift, der oben zugespitzt war, so sah die Sensitive die hineingesteckte Hälfte desselben durch das durchsichtige Metallblech hindurch; es verschwand dann der lange Flammenkegel, und auf der Spitze erschien ein prachtvolles, irisirendes, sternähnliches Licht, das so helle war, daß die Beschauerin meinte, dieß müßte nothwendig auch ich sehen, ich strengte mich jedoch vergeblich an, den leuchtenden Punkt zu finden. §. 2271. Wenn ich aufhörte, die Glasscheibe zu drehen, so verschwanden diese Erscheinungen, aber keineswegs sogleich, sondern sehr langsam verging eine nach der andern. Das erste, was ausblieb, war die große Flamme auf dem äußersten Loche. Frl. Zinkel (204) sah dann die blauleuchtenden Ströme, welche durch die Luft von Kugel zu Kugel gingen, unter allmähliger Abnahme noch gegen 30 Sekunden lange, ehe sie völlig unsichtbar für ihr Auge wurden; eine Hochsensitive würde sie ohne Zweifel noch länger fortdauern gesehen haben. Dann aber waren die Drahtstangen noch lange leuchtend, und erst als diese erblaßten, erloschen folgend auch die Endkugeln; und zwar erlosch erst der sie umhüllende Lichtnebel, dieß gleichzeitig mit den blauen Luftströmen, hierauf folgte die Odgluth der entferntern zweiten Drahtstange, sofort die der Erstern, endlich die des Conduktors selbst. Alle diese Glieder erloschen nicht auf ihrer ganzen Ausdehnung auf einmal, sondern <<315>> die Gluth zog sich auf eben dem Wege zurück, auf welchem sie gekommen: war, vom entfernteren Ende gegen das dem Conduktor nähere allmählich zurückweichend. §. 2272. Alle die Hergänge wirkten kühlend auf die Sensitive, ohne Zweifel, weil blau, auf ihre linke Seite (was leider in meinen Tagbüchern nicht bemerkt ist), und waren also odnegativ. §. 2273. Denselben Versuch führte ich auch mit elektrisch negativer Ladung aus, indem ich den Conduktor mit dem isolirten Reibzeuge verband. Die Erfolge waren aber für das Auge wenig verschieden von den Wirkungen der positiven Elektricität. Die gesammten Hergänge erschienen der Frl. Zinkel (166) mehr röthlich gefärbt, während die von der positiven Elektricität bläulich aussahen, was seine einfache Erklärung darin findet, daß die positive Elektricität die Gegenstände in ihrer Atmosphäre negativ elektrisch inducirte, während die negative dieß positiv bewerkstelligte. Auch fand sie das erste zuckende Ueberspringen der Lichtströme durch die Luft weniger heftig. §. 2274. Ich versuchte nun das Maß der Abstände auszumitteln, bis auf welches diese Vertheilungswirkungen stattfinden werden, und rückte die Drahtstangen auf drei, vier und sechs Fuß Entfernung von einander. Aber noch immer schlug der leuchtende Strom sprungweise von Kugel zu Kugel, sobald ich die Glasscheibe der Maschine halb, oder ganz, oder zweimal umgedreht hatte. Er war noch armdick bei vier Fuß Abstand, gelb und blau gefärbt, also ohne Zweifel für stärkeres Sehvermögen eine Iris bildend. -Wenn ich die Drahtstangen mit ihren Endkugeln noch weiter vom Conduktor und von einander selbst wegrückte, so wurde der Lichtstrom dünner und matter leuchtend. Bei sechs Fuß Entfernung war er nur noch fingerdick und blaß. Bei 7 bis 7 1/2 Fuß fing er an, den Drahtstangenkugeln zunächst wo er einfloß, auf ein Fuß Länge unsichtbar zu werden, während er von der Ausflußstelle des Conduktors an auf fünf Fuß lange noch sichtbar blieb. In diesem geschwächten Zustande sah sie ihn aber nicht mehrfarbig, sondern nur noch grau. Rückte ich die Stangen noch weiter hinweg, so wurde der leuchtende Luftstrom noch kürzer, und bei zehn Fuß Abstand war er zwar immer noch vorhanden, aber vom Conduktor aus nur noch auf 3 1/2 bis 3 Fuß Länge sichtbar. Der Strom dauerte demnach auf diese beträchtliche Entfernung immer noch fort, aber er schwächte sich so, daß er, für das Sehvermögen der Frl. Zinkel (202) wenigstens, nicht mehr wahrnehmbar war. Die Kugeln blieben dabei immer weißleuchtend und dieß auch dann noch, als der Luststrom sichtbar sie nicht mehr erreichte; ja die Drahtstangen blieben leuchtend, umhüllten sich mit leuchtendem Dunste, und am andern Ende fand noch kurze dicke Lichtausströmung frei in die Lust statt, wie dieß unter ähnlichen Umständen auch schon Frl. Reichel angegeben hatte. §. 2275. Bei verschiedenen spätern Wiederholungen erkannte Frl. <<316>> Zinkel (207), daß der Luftstrom in der That eine Iris ausmachte und zwar seiner ganzen Länge nach; unten war er roth, mitten gelb, oben blau, und dieß unter allen Umständen, sie mochte ihn von der einen Seite entlang betrachten, oder, nachdem sie durch ihn hindurch gegangen, von. der andern. §. 2276. Ließ ich die Odflamme von Magnetpolen oder von Krystallspitzen sich rechtwinklich mit dem Luftstrome kreuzen, so sah Frl. Zinkel (208. 237) nur, daß beide durch einander hindurch gingen, ohne sich einander zu behindern, und daß sie sich gegenseitig belebten, ohne sonst viel Wirkung auf einander auszuüben. Wenn der Polarstrom odpositiv war, so verstärkte und belebte er die rothe Farbenzone im Luftstrome und schwächte die blaue; war er odnegativ, so belebte und vergrößerte er die blaue Zone auf Kosten der rothen im Strome. §. 2277. Bei solchen Versuchen bemerkte einst Frl. Zinkel (861 ) ganz unerwartet, daß die Terrelle in der Luft in der Dunkelkammer hängend, sich hellleuchtend gemacht und mit prismatischen Farben geschmückt hatte. Wir waren mit ganz andern Dingen beschäftigt und dachten gar nicht an diesen Ballon in der Höhe. Er war beiläufig ein Klafter weit vom elektrisch geladenen Conduktor entfernt. Aber durch unabsichtliche Induktion war so stark auf ihn eingewirkt worden, daß er in erhöhte prismatische Lichthülle gerieth, und dieß darum, weil er einen Influenzmagnet der Erde bildete. ----- §. 2278. Schon in den Dynamiden etc. §. 167 bis 171 habe ich eine Versuchsreihe mitgetheilt, mit einer Hochsensitiven, der Frl. Reichel, durchgeführt, die mit der gegenwärtigen zwar in der Anordnung nicht gleich, aber im Verlaufe ganz auf gleichen naturgesetzlichen Grundlagen ruhend ist; eine dritte dergleichen Arbeit habe ich mit der Frl. Apmannsdorfer (416 417429 430) mit gleichen Ergebnissen vollbracht, deren Erzählung ihrem langen Verlaufe nach, ich hier, um nicht zu weitwendig zu werden, unterdrücken muß; alle diese übereinstimmenden Untersuchungen lehren uns, daß die Elektricität, wenn sie auch nur eine Funkenschlagweite von zwei Zollen hat, ihren induktiven Kräften nach durch die Luft eine Wirksamkeit auf das Od und seine Bewegungen ausübt, die zehn Fuß noch weit überschreitet, und große odische Lichterscheinunngen hervorruft auf Entfernungen, die in Erstaunen setzen müssen. Die Langsamkeit, mit der hiebei die odischen Entwicklungen von statten gehen, im Gegensatze mit den blizschnellen Evolutionen der Elektricität, dienen zu einem neuen Kriterium von der wesentlichen Verschiedenheit der beiden Gruppen dynamischer Erscheinungen, zu denen einerseits Elektricität, anderseits Od die Grundlage abgeben. §. 2279. Wie die Leuchten von Krystallen, Magneten w. durch An näherung anderer Odquellen geschwächt oder verlöscht wurden, so auch die <<317>> durch Elektricität erzeugten. Hr. Dr. Machold (98), Frl. Zinkel (1315) und Frl. Poppe sahen auf einem großen Zinkkupferelemente, besonders auf der Zinkseite, ihren Schatten, wenn sie sie nahe beschauten. - Dieß ist nichts anderes, als eine Auslöschung der Leuchte des Zinkes durch ihre odgleichnamige Gesichtsseite. Frau Kienesberger (292) beobachtete die Wirkung meiner Annäherungen und Entfernungen an dem oben beschriebenen Elektromagnete (§. 2257). Wie ich hinzutrat, blassete der Lichtwickel, der die Drahtspirale umspielte, erst und dann hörte er gänzlich auf sichtbar zu seyn; so wie ich wieder zurücktrat, kam er alsbald wieder zum Vorscheine. §. 2280. Das Hineinblasen in elektrisch erzeugte Odflamme wirkte, wie anderwärts, so auch hier, belebend, verstärkend und zerflackernd. So fanden es Hr. Kotschy (35) und Johann Klaiber (4), als sie auf eine elektrisirte odisch flammende große Eisenplatte bliesen und wodurch eine solche Helle entstand, daß die Beobachter meinten, dieß müsse nothwendig auch ich sehen. Sie erklärten dieß für eine von den stärkstleuchtenden odischen Hellen, die sie noch gesehen. §. 2281. Ueber den Zeitbedarf zu Entwicklung der odischen Erscheinungen habe ich im Laufe dieser Blätter schon oft gesprochen; auch die durch Elektricität bewirkten Leuchten gehen meist nur langsam von statten und besitzen nichts von der Geschwindigkeit, mit welcher die Elektricität sich der in ihren Wirkungskreis gezogenen leitenden Körper bemächtigt. Ein größeres Zinksilberelement sah mich Frl. Sophie Pauer (69) im Finstern in eine angesäuerte Flüssigkeit eintauchen. Die Polardrähte wurden davon weißlich odglühend. Aber dieß geschah nicht plötzlich an den ganzen Drähten, sondern die Beobachterin sah ganz gemächlich die Odgluth zunächst an der Säule beginnen und von unten nach oben mit mäßiger Geschwindigkeit den Draht ergreifen und an ihm vorrücken. Als ich der Frl. Zinkel (1 ) eine sechselementige Smee'sche Säule in verdünnte Schwefelsäure eintauchte, vergingen über acht Minuten, bis ihre verschiedenen Leuchten, namentlich die Iris der Säule selbst zu voller Entwicklung gelangt war. Frau Kienesberger (156) sah den Zuleitungsdraht vom Conduktor zu andern Gegenständen deutlich in Leuchte fortschreiten von jenem bis zu diesen, und wenn die Glasscheibe umzulaufen aufhörte, bald auch die Odleuchte des Drahtes in rückwärtsschreitenderBewegung langsam wieder schwinden. -Frl. Atzmannsdorfer (345.347. 366, 415) und Reichel (54) waren oftmals Zeugen, daß ich entferntere Gegenstände durch Eisendrähte oder Messingketten mit dem Conduktor in Zusammenhang brachte, z. B. mit großen Eisen, Kupfer, Zink-, Glasplatten und diese dann isolirt - <<318>> und unisolirt elektrisirte. Immer sahen sie dann die Leitung zunächst am Conduktor zuerst in erhöhte Odgluth gerathen und diese von da aus langsam am Drahte vorrücken und öfters über eine halbe. Minute brauchen, bis sie zum Gegenstande fortgeschritten, mit dem sie verbunden war, und der schon lange elektrische Ladung besaß. Kam dann die Gluth bei einer solchen Platte an, so ergriff sie erst die Berührungsstelle, dann stückweise deren Umgegend, nach und nach immer mehr von der Platte, bis endlich unter Verbrauch einer ganzen Minute Zeit die Platte überall höher odglühend wurde, als sie es als Metall ohnehin schon war. Dann erst begann der Rauch oder Oddampf aufzusteigen, den sie mit jenem verglichen, der im Dunkeln von einem Blatt Papier sich erhebt, wenn man es mit Phosphor bestrichen hat und das ich ihnen zur Vergleichung vorzeigte. Wenn ich dann aufhörte, Elektricität zuzuleiten, so erlosch wieder die Odgluth der Platte nicht plötzlich, sondern legte sich langsam innerhalb mehr als einer Minute. Sie wich wie sie gekommen, so auch allmählig und schien in den Leitungsdraht sich zurückzuziehen. Auch in diesem ging es so, die Helle verließ ihn, indem sie von hinten her stufenweise gegen den Conduktor zurückfloß. Zuletzt erst verließen diesen selbst die durch Elektricität erhöhten odischen Leuchten. Von einem der in die Augen fallendsten Beispiele, wie langsam die Odlichterscheinungen im Gegensaße der elektrischen fortschreiten, kommen wir so eben her, wo die Leuchten, Odgluth, Rauch und Flammen mit merkwürdiger Langsamkeit an Kupferdrahtstangen vor- und rückwärts sich bewegten. §. 2282. Ozongeruch ist bei Odlichterscheinungen niemals beobachtet worden, auch von den feinen Sinnen der Sensitiven nicht. §. 2283. In wie weit das elektrische Licht Verwandtschaft hat mit dem ihm ähnlichen odischen Lichte, wird wohl Gegenstand genauer Untersuchung zu werden verdienen. Der Frl. Reichel (52), Atzmannsdorfer (169), Kienesberger (29) und andern steckte ich öfters Spitzen auf den Conduktor oder gab ihnen Spitzen in die Hände zum Aufsaugen. Immer sahen sie die ausströmenden und aufsaugenden Büschel bei weitem größer, als ich sie sah. - Frl. von Weigelsberg (65) fand einen Conduktorspitzenbüschel, der mir Erbsen groß erschien, Taubenei groß und darüber gewahrte sie noch eine feinere Leuchte von Handgröße. - Einen ausströmenden Büschel, der mir halbfingerlange erschien, sah Frl. Winter (49) halbarmlange empor lodern. Sie beschrieb ihn als durchaus blau, fasrig wie einen Besen, oben nicht spis zulaufend wie z. B. die Elektrophorflamme, sondern breit aus einander gehend und so ins Unsichtbare sich verlierend. Man sieht, dieß ist <<319>> nichts anders, als derselbe elektrische Büschel, den ich auch sah, nur sah die Sensitive ihn zehnmal größer als ich. Sie fand das Schauspiel über alle Beschreibung schön und war ganz entzückt davon. Dem Freiherrn August von Oberländer (21) trieb ich die Elektrisirmaschine so langsam um, daß ich auf Spitzen, die ich auf den Conduktor steckte, keine Ausströmung zu sehen vermochte; er aber sah fingerlange büschelförmige blaue Lichtbüschel darauf. Frau Kienesberger (29) sah außer diesen ums Dreifache größere Spitzenbüscheln, die ganze in Umgang befindliche Elektrisirmaschine leuchtend und stellenweise flammend; so am Fuße derselben, dann über dem Gerüste der Scheibe, und so an vielen Stellen, an denen allen ich durchaus keine leuchtende Ausströmung zu gewahren vermochte. - Der Frl. Atzmannsdorfer (206) wies ich eine kleine Volta'sche Säule von sechzehn Zinkkupferpaaren vor, die beim Schlusse der Polardrähte ein äußerst kleines Fünkchen gab, für mein Auge nicht so groß, als ein halbes Mohnkorn. Sie behauptete bei jeder Wiederholung des Drahtschlusses, das Feuer sey so groß wie eine Haselnuß und bilde eine kleine Flamme. - Einen ähnlichen Versuch machte ich mit Fran Kienesberger (28). Der Funken von den Verbindungsdrähten eines einzigen Smee'schen Elements erschien mir nur wie eine Nadelspitze von unmeßbarer Kleinheit; sie aber behauptete, die Lichterscheinung sey immer wie ein Fingerhut groß. -So drückten auch andere höher Sensitive sich aus, so daß es das Ansehen gewinnt, dieselben haben nur elektrisches Licht an den Büscheln aller Art gesehen. Hier beginnt nun die Frage über den Connex von Odlicht und elektrischem Lichte, deren Lösung ich mich bei so unzählig vielen Fragen, die sich alle zumal hier aufdringen, noch nicht habe widmen können. Hier muß man sich erinnern, daß von verschiedenen genauen Beobachtern, namentlich von Ruhmkorff in Paris (Böttgers p. Notizbl. 1853 Nr. 17) das Licht der Volta'schen Säulenpole an der Anode roth, an der Kathode blau unterschieden worden ist. Man kann sich dann des Gedankens nicht erwehren, daß das gesammte elektrische Licht, wie wir es alle sehen, vielleicht nichts anderes ist, als concentrirtes wirkliches Odlicht. §. 2284. Werfen wir nun einen Rückblick auf die odischen Lichterscheinungen durch Elektricität bewirkt, so läßt sich folgendes zusammenstellen:..
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| Influenzmaschine Katalog Leybold nach
1907 Rotierende Glasscheibe, Handkurbel |
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| Influenz-Maschine nach Holtz,
1873, ähnlich wie Whimshurst-Maschine (Physik, FB) |
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aus wendel.htm#kapitel-03 Seite 66 in P. Lenard Deutsche Physik in vier Bänden, J.F. Lehmanns Verlag München Berlin, Band 4, dritte Auflage, 1936, |
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aus wendel.htm#kapitel-03 |
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Zink-Kupfer Batterie, mit
einem solchen Gerät hat Oersted gearbeitet. aus oersted.htm |
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Galvanisches Element nach Pinkus, F.W. Breithaupt, Kassel, um 1850, Orangerie Kassel (FB) |
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Kohle-Zink-Element nach Meidinger, 1864 |
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| Alfred Smee
/Smee 1878/ |
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aus raunaechte.htm#kapitel-03 |
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aus wasser-ader-drei.htm#kapitel-03-02 |
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aus stroemung.htm#kapitel-12 |
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aus stroemung.htm#kapitel-12 |
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